Regierungsratswahlen
Die Transsexuelle Jil Lüscher will Susanne Hochuli beerben

Eine weitere Regierungsratskandidatur. Ohne politischen Vorlauf – aber mit einem Vergleich zum Filmstar Arnold Schwarzenegger – tritt Jil Lüscher in den Wahlkampf.

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Einst vom Mann zur Frau, jetzt von der Journalistin zur Regierungsrätin? Für Jil Lüscher wäre dies nicht die erste Verwandlung. «Ich bin mit Leib und Seele Aargauerin und finde den Aargau einen mega coolen Kanton», sagt sie gegenüber TeleM1. «Ich verspüre grosse Lust und grosse Leidenschaft diesen Kanton so mitzugestalten, dass wir auf ihn stolz sein können.»

Die neuste Kandidatin im Regierungsratskarussell ist allerdings politisch ein unbeschriebenes Blatt – und auch in keiner Partei. Aber Lüscher ist trotzdem optimistisch: «Ich habe Freunde die mich unterstützen, aber natürlich ist mein Budget kleiner als bei den Partei-Kandidaten.»

Franziska Roth (SVP)
22 Bilder
Regierungsratskandidatin Franziska Roth im Fokus Was bedeutet die Nomination der Brugger Bezirksgerichtspräsidentin und wie wird sie versuchen, ihren Bekanntheitsgrad zu verbessern? (April 2016)
Yvonne Feri (SP)
Die 50-jährige Nationalrätin kämpft um einen zweiten SP-Sitz in der Aargauer Regierung. Feri ist noch bis Ende Jahr Gemeinderätin von Wettingen und unter anderem Präsidentin von "Kinderschutz Schweiz" sowie des "Vereins für Soziale Gerechtigkeit".
Die Aargauer Regierungsratskandidaten 2016 Markus Dieth (CVP)
Der 49-jährige Wettinger sitzt seit 2009 im Grossrat und präsidierte diesen im Jahr 2015. 2006 wurde er in den Gemeinderat von Wettingen gewählt, wo er seit 2008 das Amt des Gemeindeammanns ausübt.
Alex Hürzeler (SVP)
Der 51-Jährige sitzt seit 2009 im Aargauer Regierungsrat und hat dort das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) inne. Der Fricktaler stellt sich diesen Oktober für eine weitere Amtsperiode zur Wahl.
Maya Bally: «Die Chancen stehen gut für eine Frauenkandidatur aus der Mitte» (8.8.2016)
Die 55-jährige Hendschikerin ist seit 2012 Mitglied der kantonalen Parteileitung und Präsidentin der Bezirkspartei Lenzburg. Im Oktober 2012 wurde sie in den Grossen Rat gewählt, seit 2013 ist sie Präsidentin der Fraktion. Als Schulpflegepräsidentin liegen ihre politischen Schwerpunkte in der Bildung aber auch bei Wirtschaft und Finanzen.
Stephan Attiger (FDP)
Der 49-Jährige steht im Regierungsrat seit 2013 dem Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) vor. Am 23. Oktober kandidiert er für seine Wiederwahl.
Urs Hofmann (SP)
Der 59-jährige Aarauer leitet im Regierungsrat seit 2009 das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI). Im Oktober will er den SP-Sitz in der Aargauer Regierung verteidigen.
Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf. Mia Jenni (21) ist Vorstandsmitglied der Juso Aargau und studiert Germanistik und Kunstgeschichte. Ariane Müller (23) studiert zurzeit Geschichte und Geologie und ist Präsidentin der Juso Freiamt. Mia Gujer (22) ist Präsidentin der JUSO Aargau und arbeitet als Kampagnen-Mitarbeiterin.
Robert Obrist (Grüne)
Der 58-jährige Schinznacher sitzt seit Januar 2014 im Grossen Rat. Als Agronom und Departementsleiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick (FiBL) sind Umwelt und Bildung die Themen, die Obrist am meisten umtreiben.
Ruth Jo. Scheier (GLP)
Die 40-Jährige wohnt seit 2005 in Wettingen. Sie ist alleinerziehende Mutter einer 17-jährigen Tochter. Sie arbeitet als kaufmännische Angestellte in einer Schmuck-Grosshandelsfirma. Die Grossrätin ist auch Vize-Präsidentin der GLP Aargau.
Die transsexuelle Jil Lüscher kandidiert als Parteilose.
Pius Lischer (IG-Grundeinkommen)
Der 53-jährige Pius Lischer wohnt in Oberrüti und ist schon bei mehreren Wahlen angetreten – jeweils ohne Erfolg.

Franziska Roth (SVP)

Alex Spichale

Als Jörg Lüscher geboren

Bekannt wurde Jil Lüscher durch ihr öffentliches Coming-Out. Sie liess sich von der Kamera begleiten, als sie sich umoperieren liess.

Politisch möchte sie aber nicht nur auf ihre Transsexualität reduziert werden: «Wenn ein Ex-Bodybuilder aus Graz Gouverneur von Kalifornien werden kann und ein Links-Autonomer Aktivist plötzlich Polizeichef von Zürich ist, wieso soll dann nicht ein Mensch mit einer Biografie wie ich, dazu beitragen, dass der Kanton Aargau in eine Zukunft geführt werden kann, auf die wir stolz sein können?»

Für grosse Plakatwerbung fehlt Jil Lüscher jedoch das Geld. Deswegen besteht ihre Werbung hauptsächlich aus Flyer verteilen. (hug)