Luxuskarossen

Die teuren Regierungs-Limousinen sorgen für Gesprächsstoff

In Mercedes der S-Klasse lassen sich die Mitglieder der Aargauer Regierung durch die Strassen chauffieren (Symbolbild)

In Mercedes der S-Klasse lassen sich die Mitglieder der Aargauer Regierung durch die Strassen chauffieren (Symbolbild)

Die Aargauer Regierung kaufte in den letzten zwei Jahren zwei neue Mercedes S-Klassen. Die Luxus-Limousinen kosteten zusammen 255'000 Franken. Die Anschaffung dieser teuren Autos gibt zu reden.

«Warum müssen es genau diese teuren Luxuskarossen sein? Es gibt definitiv günstigere Fahrzeuge, die genauso energieeffizient sind und in denen die Regierungsrätinnen und -räte genauso sicher chauffiert werden können. Aber der Steuerzahler hat ja kein Mitspracherecht. Der Steuerzahler darf lediglich bezahlen», reagierte eine Frau auf den Artikel. «Was denn sonst? Es wird nicht gekleckert, es muss geklotzt werden! Sparen kann dann das dumme Stimmvieh!», echauffierte sich ein weiterer Leser.

Energieeffizienz ist wichtig

Die Limousinen der Regierungsräte stiessen auf wenige Gegenliebe bei den Lesern. SP-Grossrat Dieter Egli hatte mit den harten Fakten zu kämpfen: «Ich habe mich ebenfalls gefragt, ob es nicht kleiner ginge. Daher bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack. Aber ich will es auch nicht überbewerten.» Für Egli ist die Beschaffung der Autos aber ein Entscheid, bei dem er nicht mitreden könne. Daher vertraut er der Verwaltung und dem Regierungsrat, dass diese «vernünftige Entscheide» träfen. «Positiv hat mich überrascht, dass der Regierung die ökologische Fahrweise wichtig ist», erwähnt Egli. Denn das neuste Auto ist ein Diesel, das ein Jahr früher angeschaffte ist ein Hybrid.

So fährt es sich in einem Mercedes S-Klasse, der neuen Karosse für die Aargauer Regierungsmitglieder

So fährt es sich im Mercedes

Auch für Gertrud Häseli, Parteipräsidentin der Grünen Aargau, ist die Energieeffizienz wichtig: «Ich unterstütze die Hybrid-Wagen. Bei der Autoauswahl kommt der ökologische Aspekt bei mir an erster Stelle.» Und auch der VCS meldete sich zu diesem Thema zu Wort: «Der VCS Aargau lässt dem Regierungsrat ein Exemplar seiner Auto-Umweltliste zukommen, damit er beim nächsten Autokauf auch wirklich energieeffiziente Fahrzeuge bevorzugen kann.» Auf der Auto-Umweltliste seien aus jeder Fahrzeugkategorie die am wenigsten umweltschädlichen Fahrzeuge aufgelistet, liess der VCS mitteilen.

Wieso kein Autokauf im Aargau?

SVP-Grossrat Andreas Glarner hat weder mit der Energieeffizienz noch dem bequemen Reisen der Regierungsräte Probleme: «Mich stört aber, wieso man nicht Wagen von Firmen wie der Emil Frey AG oder der Amag, die im Aargau Steuern bezahlen, gekauft hat.» Glarner findet, das hätte starken Symbolcharakter für die Region.

Doch neben vielen negativen Äusserungen gab es auch eine az-Leserin, welche die ganze Limousinen-Thematik nicht so eng sah: «Mein Gott, es handelt sich ja um historische Wagen-Käufe der Jahre 2010 und 2011. Wenn so ein Wagen auch 150000 Franken kostet, macht das pro Bewohner des Aargaus gerade mal 25 Rappen aus. Für mich eine verantwortbare Ausgabe.»

Meistgesehen

Artboard 1