Eine solche Konstellation wäre aus Sicht des übrigen Aargaus zu einseitig und entsprechend unerwünscht, findet SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Die Wähler in den übrigen Bezirken müssten sich der Tatsache bewusst sein, dass nach der Regierungsratswahl die Region Baden/Wettingen mit 40 000 Einwohnern den Kanton mit seinen 660 000 Einwohnern klar dominieren könnte. Und deshalb sollten sie aus SVP-Sicht auch aus regionalen Überlegungen ihrer Kandidatin Franziska Roth die Stimme geben.

Tatsächlich: Die Wiederwahl von Stephan Attiger, vor seiner Wahl in den Regierungsrat 2013 Stadtammann von Baden, dürfte unbestritten sein. Auch macht niemand der CVP den Anspruch auf eine Vertretung im Regierungsrat streitig.

Markus Dieth, amtierender Gemeindeammann von Wettingen, wäre der zweite Regierungsrat aus dem Raum Baden. Und nun will die SP die Doppelvertretung des links-grünen Lagers mit Nationalrätin Yvonne Feri verteidigen, auch sie Gemeinderätin in Wettingen.

Sollte sie das Rennen um die Nachfolge der Grünen Susanne Hochuli gewinnen, würden also drei von fünf Regierungsmitgliedern aus der Region Baden stammen. Für die Zusammensetzung des Regierungsrats gibt es zwar keine regionalen Klauseln, eine so klare Dominanz wäre aber wirklich aussergewöhnlich, eine ähnliche Konstellation gab es in der jüngeren Vergangenheit jedenfalls nie.

«Unangemessen», findet sie Maximilian Reimann, denn die Vielfalt des Kantons – historisch, sprachlich, konfessionell und regional – sollte nach seiner Meinung auch «angemessen in der obersten Exekutivgewalt des Kantons zum Ausdruck kommen».

Und das spricht natürlich für «seine» Kandidatin. Mit Franziska Roth aus Brugg wäre die Regierung zwar noch klarer bürgerlich dominiert als heute, aber bezüglich der regionalen Herkunft ihrer Mitglieder ausgewogener zusammengesetzt: Mit Stephan Attiger (FDP) und Markus Dieth (CVP) «nur» zwei Regierungsräte aus Baden, Urs Hofmann (SP) aus Aarau, Alex Hürzeler (SVP) aus dem Fricktal und eben Franziska Roth (SVP) aus Brugg.

SP hat Ausgewogenheit beachtet

Dass mit der Nomination von Yvonne Feri die regionale Frage zur Sprache kommen würde, war zu erwarten. Die SP antwortete darauf bereits bei der Bekanntgabe der Kandidatur: Erstens könne man diese Frage ebenso gut an CVP-Kandidat Dieth richten.

Zweitens habe die SP aus interner Sicht die Hausaufgaben mit den Kandidaturen von Urs Hofmann aus Aarau und Yvonne Feri aus Wettingen gemacht, dies auch unter dem Aspekt der regionalen Ausgewogenheit.

Dass die Mehrheit der Regierungsmitglieder aus der gleichen Region stammt, wäre aussergewöhnlich, grundsätzlich spielte die regional ausgewogene Zusammensetzung bei vergangenen Wahlen aber eine untergeordnete Rolle.