Die Aargauer Gerichte haben so viele Fälle, dass es zu langen Wartezeiten für Verhandlungen kommen kann. Das ist höchst problematisch, weiss Guido Marbet, der oberste Aargauer Richter. «Wenn ich lange warten muss, lohnt sich der Weg ans Gericht nicht mehr und dann ist der Rechtsfriede gefährdet.»

Klar ist aber: 70 Mitarbeitende an den Gerichten reichen nicht mehr. Brauchts da mehr Personal? Marbet: «Es ist klar, wenn man mehr Personal hat, dann hat man mehr Zeit für den einzelnen Fall.»

Der Aargauer SVP-Grossrat und Anwalt Jean-Pierre Gallati will nichts von mehr Personal wissen, wie er gegenüber Tele M1 erklärt: «Ich glaube Herr Marbet übertreibt massiv. Wir sind weit davon entfernt, ein grosses Problem zu haben.» Marbet und die Justizleitung seien gefordert, eine Lösung zu finden. Angesprochen sind Sparpakete.

Auf die Seite der Richter stellt sich CVP-Grossrat Franz Hollinger, Anwalt und Präsident der Justizkommission. Wenn es die Bevölkerung wachse, dann gebe es auch mehr Fälle.

Das will Gallati nicht gelten lassen. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen der Bevölkerungs- und der Richterzahl.

Wie viele neue Richter die Aargauer Gerichte beantragen, ist noch nicht bekannt. Das dürfte im Sommer und im Rahmen der Budgetvorbereitung 2017 geschehen.