Hochwasser
Die starken Regenfälle liessen Aare und Rhein ansteigen

Die Schneeschmelze und die starken Regenfälle, die durch eine Warmfront verursacht wurden, liessen die Aare im Kanton Aargau und in seinem Nachbarkanton Solothurn anschwellen.

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Rette sich, wer kann!

Rette sich, wer kann!

Silvan Hartmann

«Achtung, gefährliche Strömung!» Diese Enten stört am Sonntagmittag die Warnung an der Aare in Aarau herzlich wenig - auch wenn sie eher respektvoll in die angestiegene Aare hüpfen.

Doch vielerorts traten im Aargau in den letzten 48 Stunden Flüsse oder Bäche über das Ufer.

Verantwortlich für das mittlere Hochwasser ist der geschmolzene Schnee sowie die Regenfälle der letzten Tage.

Strasse war wegen Hochwasser gesperrt

Am Sonntagmorgen waren vielerorts die Feuerwehren mit übergetretenen Bächen beschäftigt. Zwischen Ammerswil und Lenzburg musste deswegen kurzzeitig gar die Strasse gesperrt werden. Auch in Muhen und in Wohlenschwil traten die Bäche über.

Die Aare sowie der Rhein führen derzeit überdurchschnittlich viel Wasser. Die Aare führt bei Untersiggenthal bis zu 1344 m3/s, der Rhein bei Rheinfelden bis zu 2562 m3/s.

Alarmierend sind diese Zahlen jedoch nicht, zum Vergleich: In den folgenschweren Hochwasser-Jahren 2005 und 2007 führte die Aare 2600 m3/s, der Rhein 4600 m3/s.

Am Montag Abschwächung

An Juranordfuss und im zentralen Mittelland seien vereinzelt Abflussspitzen im Bereich eines 2- bis 10-jährlichen Ereignisses gemessen worden. «Auch die Aare unterhalb des Bielersees stieg aufgrund der hohen Zuflüsse vom Jura und vom zentralen Mittelland markant an, so dass der Abfluss an der Messtelle Aare-Brugg auch einen Wert erreichte, wie er statistisch nur alle 2 bis 5 Jahre einmal zu erwarten ist», steht im Naturgefahrenbulletin des Bundes.

Wegen Wasser auf der Fahrbahn war der Verkehr am Sonntagmorgen zwischen Rothrist und der Verzweigung Härkingen in beiden Richtungen nur einstreifig befahrbar. Dies führte zu einem Rückstau.

Die Aare unterhalb des Bielersees und der Hochrhein unterhalb des Aare-Zuflusses wurden nun der Gefahrenstufe 2, das heisst, mässige Gefahr, zugeteilt. «An der Aare unterhalb vom Bielersee bleibt der Abfluss ebenfalls erhöht und sinkt nur langsam unterhalb die Gefahrenstufe 2. Am Hochrhein zwischen Zufluss Aare und Basel wird anhand der aktuellen Abflussprognosen die Gefahrenstufe 2 knapp erreicht», steht weiter.

Am Montag soll es jedoch in der Region niederschlagsfrei bleiben. Es wird deshalb an Weihnachten an allen betroffenen Fliessgewässern mit sinkenden Abflüssen gerechnet. (sha/cfü)