Grossratswahlen

SP als grosse Verliererin, auch SVP mit Verlusten: So reagieren die Parteien auf die Wahlresultate

SVP-Präsident Glarner sieht die Verluste «im Streubereich» – Kleinparteien bleiben im Parlament, neue schafften den Sprung nicht. Die Reaktionen der Parteien auf die Resultate der Wahlen.

Als erst sechs Bezirke ausgezählt waren und die SP bei den Grossratswahlen mit fast drei Prozent im Minus stand, mochte es SP-Präsidentin Gabriela Suter nicht glauben.

Sie hoffte, dass die ausstehenden, städtischer geprägten Bezirke das sich abzeichnende Verdikt abwenden, beziehungsweise dass die sich abzeichnenden Gewinne von GLP und Grünen nicht so auf Kosten der SP gehen.

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Für sie war aber da schon klar, dass das neue Parlament ökologischer und progressiver sein werde. Mit gemischten Gefühlen musste die SP schliesslich das Schlussresultat (minus 2,4 Prozent) zur Kenntnis nehmen. 2016 war sie die grosse Siegerin, am Sonntag die grosse Verliererin der Grossratswahlen.

Über die Gewinne freuen konnten sich GLP und Grüne. Die GLP führt dies nicht zuletzt «auf einen spürbaren, fokussierten Wahlkampf im ganzen Kanton zurück», dank dem die Partei positiv wahrgenommen worden sei.

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Grossrat Daniel Hölzle, der Präsident der Grünen, meinte, den Preis für ihren Erfolg zahle (leider) die SP. Auch er hofft nebst einem ökologischeren auf ein progressiveres Parlament. Künftig werde mehr möglich sein, so Hölzle, auch wenn ihm das Nein des Souveräns im September zum kantonalen Energiegesetz in die Knochen gefahren ist.

SVP: Es kam nicht so, wie die Medien sagten

Zufrieden, dass der nationale Trend von 2019 nicht durchschlug, zeigte sich dagegen SVP-Präsident Andreas Glarner. Es sei nicht so gekommen, wie es Medien herbeizureden versuchten, die Verluste der SVP lägen «im Streubereich». Jetzt müsse man schauen, wo den Leuten der Schuh drückt: «Sie haben wegen Corona viele Sorgen.»

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In einer ersten Bilanz hält FDP-Präsident Lukas Pfisterer fest, dass die Tendenz der nationalen Wahlen angehalten habe: «SVP, SP und FDP verloren Wähleranteile, die CVP zusammen mit der BDP auch, während die Parteien mit ‹grün› im Namen zulegen konnten.» Immerhin: Von den «Grossen» habe die FDP am wenigsten verloren.

CVP legt leicht zu, doch wo sind die früheren BDP-Wähler?

Zufrieden zeigte sich CVP-Präsidentin Marianne Binder. Die Wählerschaft wolle die Mitte weiterhin als tragende und vermittelnde Kraft im Grossen Rat, sagt sie. Dass sich die bisherigen BDP-Stimmen im CVP-Resultat kaum niederzuschlagen scheinen, beurteilt Binder anders. Sie ist überzeugt, dass das Zusammengehen die richtige Lösung sei, sich das aber halt nicht sofort im Resultat niederschlage.

Marianne Binder (CVP): «Wir freuen uns sehr über diesen Trend»

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Gut gehalten haben sich EVP und EDU mit ihrer kleinen, treuen Wählerschaft. Die EVP legte minim auf 4,2 Prozent zu, verteidigte ihre sechs Sitze und behält damit die Fraktionsstärke. Geschafft hat es auch die EDU, wenngleich sie auf Kantonsebene nur noch auf 1,6 Prozent kommt. Sie bleibt im Rat, weil sie erneut in einem Bezirk (Kulm) die Fünf-Prozent-Hürde genommen hat. Damit behält sie als Teil der SVP-Fraktion ihre zwei Mandate.

Keine andere oder neue Gruppierung kam auch nur in die Nähe eines Sitzgewinns. Die Piratenpartei etwa holte noch nicht mal 0,1 Prozent. (mku)

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