Regierungsratswahlen
Die SP empfiehlt Hofmann, Feri und Obrist – Juso-Dreierticket geht leer aus

Die Genossen empfehlen für die Regierungsratswahlen Urs Hofmann, Yvonne Feri und den Grünen Robert Obrist – nicht aber die drei Juso-Kandidatinnen.

Mario Fuchs
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Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf – wird aber von der Parteileitung nicht unterstützt.

Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf – wird aber von der Parteileitung nicht unterstützt.

ZVG

Es gab Weisswein und Flammkuchen, aber die Stimmung war gedämpft: Nachdem der Grosse Rat gestern die SP-Initiative «Chancen für Kinder – Gemeinsam gegen Familienarmut» ohne Gegenvorschlag ablehnte, fand SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener deutliche Worte: «Es ist ein siebenjähriges Trauerspiel». (Ausführliche Berichterstattung dazu auf Seite 21/22). Abgesehen davon wurde der Dienstagabend für die SP-Parteileitung ein erfreulicher. Auf der Traktandenliste standen die Parolenfassungen für die nationalen und kantonalen Abstimmungen vom 27. November sowie für die Regierungsratswahlen vom 23. Oktober. Und überall folgten die Genossinnen und Genossen den Anträgen ihrer Geschäftsleitung.

Zuerst wurde über die Atomausstiegsinitiative diskutiert. Sie fordert die Stilllegung aller Schweizer AKW bis 2030 und die Einbindung der «drei E»: In der Ausführungsgesetzgebung sollen Energieeffizienz, Energieeinsparungen und der Ausbau erneuerbarer Energien berücksichtigt werden. Gabriela Suter sagte: «Im Aargau würden unsere Forschung, Industrie und KMU, die sich für erneuerbare Energien einsetzen, profitieren.» Dieses Argument zählte, die Parteimitglieder fassten bei einer Enthaltung die Ja-Parole.

Danach ging es um die kantonalen Referenden, jene vier Entlastungsmassnahmen, die der Grosse Rat bereits beschlossen hat, über die aber im November an der Urne abgestimmt werden muss. Die SP spricht sich erwartungsgemäss und diskussionslos gegen die Abschaffung des Berufswahljahrs, für die Begrenzung des Pendlerabzugs auf 7000 Franken und gegen die Reduktion der Gewässerrevitalisierung aus. Zu reden gab die Anhebung des Vermögensverzehrs bei Alters- und Pflegeheimbewohnern, die Ergänzungsleistungen beziehen. Schon die Grossratsfraktion war darin uneinig. Schliesslich entschied man auf Stimmfreigabe.

Die Vimentis-Spiders der Kandidaten (falls Vorhanden)

Die Spider der Aargauer Regierungsratskandidaten 2016 Maya Bally, BDP
9 Bilder
Markus Dieth, CVP
Yvonne Feri, SP
Mia Gujer, Juso
Mia Jenni, Juso
Pius Lischer, IG Grundeinkommen
Robert Obrist, Grüne
Franziska Roth, SVP
Ruth Jo. Scheier, GLP

Die Spider der Aargauer Regierungsratskandidaten 2016 Maya Bally, BDP

Wermuths Trost

Das wichtigste Traktandum kam zum Schluss: Wer soll für den Regierungsrat offiziell portiert werden? Die Parteileitung wünschte sich ein Dreier-Ticket mit Urs Hofmann, Yvonne Feri und dem Grünen Robert Obrist. Die Juso aber stellte den Antrag, auf den zwei verbleibenden Linien auf dem Wahlzettel drei der zwei kandidierenden Juso-Frauen aufzuführen. Co-Präsident Cédric Wermuth erklärte: «Wir nehmen dieses Engagement mit absoluter Begeisterung entgegen. Gleichzeitig scheint es uns wichtig, eine realistische Wahlempfehlung abzugeben.» Mit Mia Jenni warb eine Vertreterin des Trios selber für den Juso-Vorschlag: Man sei die grösste Jungpartei im Kanton, wolle den tiefen Frauenanteil steigern. Nach ihrer Rede gab es grossen Applaus und eine kontroverse Diskussion. Taktik und Glaubwürdigkeit wurden letztlich höher gewichtet, es bleibt beim Dreier-Ticket mit Hofmann, Feri, Obrist. Und Wermuth tröstete die Juso: «Wir sind euch sehr dankbar, das bedeutet keine Geringschätzung eures Engagements.»

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