Roth-Nachfolge

Zweiter Versuch: Die SP Aargau schlägt Yvonne Feri als Kandidatin für den Regierungsrat vor

Yvonne Feri will in den Aargauer Regierungsrat. Die Parteimitglieder entscheiden am 13. August, ob sie nominiert wird.

Yvonne Feri will in den Aargauer Regierungsrat. Die Parteimitglieder entscheiden am 13. August, ob sie nominiert wird.

Bei den Regierungsratswahlen 2016 holte die SP-Frau weniger Stimmen als Franziska Roth. Trotzdem ist Feri für ihre Partei die ideale Kandidatin für den Regierungsrat. Die SP Aargau will mit ihr im Herbst einen zweiten Regierungsratssitz holen.

Seit dem Rücktritt von Franziska Roth hat es sich abgezeichnet. Jetzt ist es offiziell: Die Leitung der SP Aargau schlägt Nationalrätin Yvonne Feri als Regierungsratskandidatin vor. Die Parteileitung habe mit mehreren potenziellen Kandidierenden Gespräche geführt, sagt Parteipräsidentin Gabriela Suter. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass Yvonne Feri von allen am meisten mitbringt. Deshalb schlagen wir sie als einzige Kandidatin vor.» Nominiert wird am 13. August.

Aargauer SP nominiert Yvonne Feri für den Regierungsrat

Aargauer SP nominiert Yvonne Feri für den Regierungsrat

   

Es ist das zweite Mal, dass Feri als Regierungsratskandidatin antritt. Seit sie mit fast 10'000 Stimmen Rückstand gegen Franziska Roth verloren hat, sind keine drei Jahre vergangen. Trotz dieser Niederlage ist Feri für die Parteileitung die ideale Kandidatin für das Amt. «Ein zweites Roth-Debakel darf es nicht geben», sagt Suter. «Deshalb empfiehlt die SP eine Kandidatin für das Amt, die Erfahrung auf allen Staatsebenen hat und das nötige Fingerspitzengefühl mitbringt.»

Wenn sie sich das bisherige Kandidatenfeld anschaue, schwinge Feri oben aus, sagt Suter. «Sie bringt langjährige Parlamentserfahrung als Nationalrätin und Grossrätin mit und hat als ehemalige Gemeinderätin von Wettingen auch Exekutiverfahrung. Zudem hat sie einen grossen Leistungsausweis im Gesundheits- und Sozialwesen und verfügt über die nötigen Dossierkenntnisse.»

Die Ausgangslage ist eine andere als 2016

2016 haben die Aargauerinnen und Aargauer Feri nicht gewählt. Die Ausgangslage sei heute eine andere, sagt Feri. «Die Bevölkerung hat gesehen, dass mit der Wahl von Franziska Roth nicht alles gut gelaufen ist.» Es brauche jetzt jemanden, der gerne Entscheidungen treffe, führungsstark sei und Lust auf das Amt habe. Das alles bringe sie mit. «Bereits 2016 hörte ich von vielen Seiten, dass ich inhaltlich die Beste sei, aber in der falschen Partei», sagt Feri. «Ich glaube, nach dem Roth-Debakel sehen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass es die fachlich beste Person für das Amt braucht.» Dass sie links politisiere, sei kein negativer Aspekt. «Ein Regierungsratsmitglied muss dossierfest sein und Mehrheiten schaffen. Da spielt es nicht so eine Rolle, wie links jemand ist.» Im Schweizer Politsystem müsse man die fähigsten Leute wählen.

Wird Feri gewählt, tritt sie als Nationalrätin zurück

Feri kandidiert bei den Nationalratswahlen als Bisherige auf Listenplatz eins. Sie ist das Zugpferd der Partei. Dass sie trotz Regierungsratskandidatur auf der Nationalratsliste bleibe, sei vertretbar. «Selbstverständlich werde ich mein Amt als Nationalrätin aber nicht antreten, sollte ich in den Regierungsrat gewählt werden.»

Schafft Feri die Wahl in die Regierung, könnte im schlechtesten Fall nach nur einem Jahr Schluss sein, wenn die SP bei den Gesamterneuerungswahlen den neu gewonnenen zweiten Sitz nicht halten kann. «Das ist natürlich das grösste Risiko für mich persönlich, dass ich in diesem Fall gar kein Amt mehr hätte», sagt Feri. Parteipräsidentin Suter sagt zu diesem Risiko: «Wenn wir im Herbst einen zweiten Regierungsratssitz holen, werden wir alles daran setzen, diesen bei den Gesamterneuerungswahlen zu verteidigen.»

Meistgesehen

Artboard 1