Regenprofiteure
Die Sonnenseiten des trüben Sommers – Wer profitiert vom Regenwetter?

Das anhaltend schlechte Wetter sorgt auch im Aargau für viel Frust – aber nicht bei allen. Was den Einen das Geschäft vermiest, beschert den Anderen eine erfolgreiche Sommersaison.

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Wenns draussen Regnet hats viel Verkehr auf Gokart-Bahnen.

Wenns draussen Regnet hats viel Verkehr auf Gokart-Bahnen.

Keystone
Einkaufen gegen den Wetterfrust: Shoppingcenter profitieren. Schutz vor dem Regen können auch Shoppingcenter bieten. Beim Shoppi Tivoli in Spreitenbach ist man sehr zufrieden mit dem Andrang der Kunden. Verglichen mit dem vergangenen Sommer gebe es Tage, an denen bis zu 30 Prozent mehr Leute kommen würden. Dies sei dem extrem verregneten Sommer zu verdanken, sagt Shoppingcenter-Leiter Patrick Stäuble. «Wenn es regnet, kommen die Kunden gerne ins Trockene.» Besonders profitieren können Cafés, Nagelstudios und Coiffeursalons. Und sogar der Glacestand mache mehr Umsatz: «Im Trockenen und in der Wärme kommt trotzdem Sommerfeeling und Lust auf Glace auf», sagt Stäuble.

Einkaufen gegen den Wetterfrust: Shoppingcenter profitieren. Schutz vor dem Regen können auch Shoppingcenter bieten. Beim Shoppi Tivoli in Spreitenbach ist man sehr zufrieden mit dem Andrang der Kunden. Verglichen mit dem vergangenen Sommer gebe es Tage, an denen bis zu 30 Prozent mehr Leute kommen würden. Dies sei dem extrem verregneten Sommer zu verdanken, sagt Shoppingcenter-Leiter Patrick Stäuble. «Wenn es regnet, kommen die Kunden gerne ins Trockene.» Besonders profitieren können Cafés, Nagelstudios und Coiffeursalons. Und sogar der Glacestand mache mehr Umsatz: «Im Trockenen und in der Wärme kommt trotzdem Sommerfeeling und Lust auf Glace auf», sagt Stäuble.

Keystone
Beliebtes Schlechtwetterprogramm: Ausstellung im Naturama. Regenwetter ist Museumswetter, das hat sich in den letzten Wochen bestätigt. Besonders eindrücklich fällt die Bilanz des Naturama in Aarau aus: Gegenüber dem Juli 2013 haben sich die Besucherzahlen von 1200 auf fast 3600 verdreifacht. An Regentagen seien deutlich mehr Leute gekommen, sagt Leiter Peter Jann. Auch andere Aargauer Museen erleben einen erfreulichen Sommer. Das Sauriermuseum in Frick meldet für Juli mehr als doppelt so hohe Besucherzahlen wie 2013. Die Umweltarena Spreitenbach «konnte eindeutig vom eher üblen Wetter profitieren», sagt Sprecherin Monika Sigg. In den Sommerferien seien gegenüber dem Vorjahr 2500 zusätzliche Tickets verkauft worden.

Beliebtes Schlechtwetterprogramm: Ausstellung im Naturama. Regenwetter ist Museumswetter, das hat sich in den letzten Wochen bestätigt. Besonders eindrücklich fällt die Bilanz des Naturama in Aarau aus: Gegenüber dem Juli 2013 haben sich die Besucherzahlen von 1200 auf fast 3600 verdreifacht. An Regentagen seien deutlich mehr Leute gekommen, sagt Leiter Peter Jann. Auch andere Aargauer Museen erleben einen erfreulichen Sommer. Das Sauriermuseum in Frick meldet für Juli mehr als doppelt so hohe Besucherzahlen wie 2013. Die Umweltarena Spreitenbach «konnte eindeutig vom eher üblen Wetter profitieren», sagt Sprecherin Monika Sigg. In den Sommerferien seien gegenüber dem Vorjahr 2500 zusätzliche Tickets verkauft worden.

Zur Verfügung gestellt
Bei Hitze geben Kühe weniger Milch «Leider bauen wir im Aargau keinen Reis an», kommentiert Bauernverbandsgeschäftsführer Ralf Bucher den verregneten Sommer. Doch das nasse und eher kühle Wetter war nicht für alle Landwirtschaftszweige schlecht. Besonders profitiert haben die Tiere: Sie standen deutlich weniger unter Hitzestress als in anderen Sommern. «Steigen die Temperaturen über 30 Grad, geben die Kühe weniger Milch.» Nicht schlecht weggekommen sei auch das Fricktal, das normalerweise am meisten unter sommerlicher Trockenheit zu leiden hat. Balzarini/Keystone

Bei Hitze geben Kühe weniger Milch «Leider bauen wir im Aargau keinen Reis an», kommentiert Bauernverbandsgeschäftsführer Ralf Bucher den verregneten Sommer. Doch das nasse und eher kühle Wetter war nicht für alle Landwirtschaftszweige schlecht. Besonders profitiert haben die Tiere: Sie standen deutlich weniger unter Hitzestress als in anderen Sommern. «Steigen die Temperaturen über 30 Grad, geben die Kühe weniger Milch.» Nicht schlecht weggekommen sei auch das Fricktal, das normalerweise am meisten unter sommerlicher Trockenheit zu leiden hat. Balzarini/Keystone

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Künstliche statt richtige Sonne: Gut besuchte Solarien. Wenn sich die Sonne hinter Regenwolken versteckt, müssen künstliche Strahlen für eine sommerliche Bräune sorgen. Den Daheimgebliebenen bleibt nur der Besuch im Solarium. Entsprechend erfreulich fällt deren Bilanz aus. Die Solarienbetreiber konnten sich in den Sommermonaten über mehr Besucher freuen. Das Aarauer Studio «Caribbean Sun» meldet bis zu 15 Prozent mehr Umsatz gegenüber vergangenen Sommern mit mehr sonnigen Tagen. Wie gut das Geschäft laufe, hange stark vom Wetter ab, sagt Solariuminhaber Martin Suter. Doch auch der Regen mache ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung: «Regnet es zu stark, geht niemand mehr aus dem Haus.»

Künstliche statt richtige Sonne: Gut besuchte Solarien. Wenn sich die Sonne hinter Regenwolken versteckt, müssen künstliche Strahlen für eine sommerliche Bräune sorgen. Den Daheimgebliebenen bleibt nur der Besuch im Solarium. Entsprechend erfreulich fällt deren Bilanz aus. Die Solarienbetreiber konnten sich in den Sommermonaten über mehr Besucher freuen. Das Aarauer Studio «Caribbean Sun» meldet bis zu 15 Prozent mehr Umsatz gegenüber vergangenen Sommern mit mehr sonnigen Tagen. Wie gut das Geschäft laufe, hange stark vom Wetter ab, sagt Solariuminhaber Martin Suter. Doch auch der Regen mache ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung: «Regnet es zu stark, geht niemand mehr aus dem Haus.»

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Wenns draussen Regnet hats viel Verkehr auf Gokart-Bahnen.

Wenns draussen Regnet hats viel Verkehr auf Gokart-Bahnen.

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Thermal- statt Freibad: Wellness ist diesen Sommer beliebt. Die Lust am Baden liess sich die Aargauer Bevölkerung auch vom trüben Wetter nicht nehmen. Im Unterschied zu den Badis können sich die Thermalbäder nicht über ausbleibende Besucher beschweren – im Gegenteil. Das Thermalbad Zurzach zählte im Juli 70 Prozent mehr Eintritte als 2013. Geschäftsführer Dominik Keller schwärmt von einem «bombastischen Ergebnis». Zum Teil kamen über 2000 Badegäste pro Tag. Auch dem Thermalbad sole uno in Rheinfelden bescherte das schlechte Wetter mehr Besucher: Eine Zunahme von 60 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres. Rund doppelt so viele Badegäste waren es in den Thermalbädern in Schinznach-Bad.

Thermal- statt Freibad: Wellness ist diesen Sommer beliebt. Die Lust am Baden liess sich die Aargauer Bevölkerung auch vom trüben Wetter nicht nehmen. Im Unterschied zu den Badis können sich die Thermalbäder nicht über ausbleibende Besucher beschweren – im Gegenteil. Das Thermalbad Zurzach zählte im Juli 70 Prozent mehr Eintritte als 2013. Geschäftsführer Dominik Keller schwärmt von einem «bombastischen Ergebnis». Zum Teil kamen über 2000 Badegäste pro Tag. Auch dem Thermalbad sole uno in Rheinfelden bescherte das schlechte Wetter mehr Besucher: Eine Zunahme von 60 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres. Rund doppelt so viele Badegäste waren es in den Thermalbädern in Schinznach-Bad.

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Alternative zum Joggen im Regen: Schwitzen im Fitnesscenter. Das regnerische Wetter lädt nicht zum Training unter freiem Himmel ein. Davon können die Aargauer Fitnesscenter profitieren. Statt Sommerflaute und unbenutzte Ausdauergeräte beklagen zu müssen, können sie sich über gut besuchte Zentren freuen. Das Fitnesscenter Baden beispielsweise verzeichnet im Juli 9 Prozent mehr Personen, die bei ihnen trainierten. Dazu kommt eine Zunahme bei den Abo-Verkäufen: Bis jetzt seien es 11 Prozent mehr als im vergangenen Sommer. Doch nicht nur Neukunden bringen sich für allfällige Badi-Besuche in Form, sondern auch die Abo-Besitzer suchen wegen des schlechten Wetters vermehrt das Fitnesscenter auf.

Alternative zum Joggen im Regen: Schwitzen im Fitnesscenter. Das regnerische Wetter lädt nicht zum Training unter freiem Himmel ein. Davon können die Aargauer Fitnesscenter profitieren. Statt Sommerflaute und unbenutzte Ausdauergeräte beklagen zu müssen, können sie sich über gut besuchte Zentren freuen. Das Fitnesscenter Baden beispielsweise verzeichnet im Juli 9 Prozent mehr Personen, die bei ihnen trainierten. Dazu kommt eine Zunahme bei den Abo-Verkäufen: Bis jetzt seien es 11 Prozent mehr als im vergangenen Sommer. Doch nicht nur Neukunden bringen sich für allfällige Badi-Besuche in Form, sondern auch die Abo-Besitzer suchen wegen des schlechten Wetters vermehrt das Fitnesscenter auf.

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