Geld und Geist

Die schwindenden Einnahmen bei der Kirche sind absehbar

Die Zentrale der Reformierten Landeskirche (Symbolbild).

Die Zentrale der Reformierten Landeskirche (Symbolbild).

Die Mitglieder werden tendenziell weniger, die Aufgaben nicht. Ein Grund für die Kirchen, sich Gedanken über ihre langfristige Finanzierung zu machen. Am Themenabend in der Reihe «Marktplatz und Kirche» ging es um die Idee kirchlicher Stiftungen.

Noch hebt das allgemeine (Bevölkerungs-)Wachstum die Ausfälle durch Austritte auf, die Kirchen weisen ausgeglichene Rechnungen aus. Aber wie lange wird das noch so bleiben?

Aufgrund der demografischen Entwicklung und allgemeiner gesellschaftlicher Trends sei absehbar, dass grosse finanzielle Herausforderungen auf die Landeskirchen und ihre Gemeinden zukommen, wie es in der Einladung zu einer Veranstaltung der ökumenischen Kommission Kirche-Wirtschaft der Landeskirchen hiess.

Die Frage, die sich stellt: Reichen dann die Einnahmen aus den Kirchensteuern auch in Zukunft noch aus, um die vielfältigen sozialen Aufgaben zu finanzieren, die die Kirchen ausserhalb ihres ureigenen Wirkungskreises und nicht nur zugunsten ihrer eigenen Mitglieder wahrnehmen. Beziehungsweise sind die Mitglieder noch bereit, ihre Steuergelder dafür zur Verfügung zu stellen?

Stiftung als Zukunftsmodell?

Am Themenabend in der Reihe «Marktplatz und Kirche» ging es darum um alternative Finanzierungsmodelle, namentlich um die Idee kirchlicher Stiftungen. Eine solche präsidiert Martin Zollinger in der Stadt Zürich, wo um die 30 Kirchgemeinden in einem Stadtverband zusammengeschlossen sind.

Die Situation vor Ort ist vielleicht etwas atypisch, denn bei der Gründung der Stiftung des Zürcher Stadtverbands galt es weniger neue Mittel zu akquirieren, sondern vielmehr ein mehr als stattliches Vermögen aus einem Personalvorsorgefonds zu sichern, das man nicht einfach in die allgemeine Verbandsrechnung einfliessen lassen wollte.

Der Referent war also nicht unbedingt prädestiniert, den Anwesenden Tipps für erfolgreiches Fundraising zu geben, sondern erläuterte vor allem die technischen und rechtlichen Aspekte und Vorteile einer Stiftung als Finanzierungsvehikel zum Beispiel für soziale Projekte.

So kam etwa aus der Runde die Frage, ob Gönnervereinigungen nicht viel unkomplizierter wären. Zollinger riet eher ab, da hier die Verantwortung weniger klar definiert sei, während eine Stiftung einem klar definierten (und durch die staatliche Aufsicht auch kontrollierten Zweck) dient und sie zwar von der Kirche unabhängig geführt, Einfluss und Kontrolle über die Wahl der Organe aber trotzdem gewährleistet werden können.

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