Es geschah am Sonntagabend des 15. März: Ein gleissend heller Feuerball raste gut sechs Sekunden über die Schweiz – und alles endete mit einem lauten Knall. Für Fachleute war klar, dass ein Meteor viel näher als üblich zur Erde vorgedrungen war. In der Regel verdampfen solche «Sternschnuppen» in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig, dieser dürfte sich der Erdoberfläche bis auf rund 20 Kilometer genähert haben.

Ein Aargauer war sich sogar sicher, dass es sich um einen Meteoriten handelt - so werden Meteoren genannt, welche die Erde erreichen. Der 19-jährige Alexander Bangert berichtete, in seinem Garten in Schöftland vier vom Himmel gefallene Steine gefunden zu haben: «Die Steine glänzen, als ob sie verglast worden seien. Ich habe so etwas noch nie gesehen.» Eine Analyse hat nun aber ergeben, dass diese von der Erde stammen – genauer aus Asien, wie «20 Minuten online» vermeldete.

So berichtete Tele M1 am Montag, 16. März:

Meteor am Schweizer Himmel: Aargauer glaubt, ein Stückchen davon gefunden zu haben.

Meteor am Schweizer Himmel: Aargauer glaubt, ein Stückchen davon gefunden zu haben.

Entstanden bei Meteoriteneinschlag

Von Gesetztes wegen gehört im Aargau Meteoritengestein dem Kanton. Und dieser hatte einen der Steine aus Schöftland abgeholt und vom Naturhistorischen Museum in Bern untersuchen lassen.

Laut Beda Hofmann, dem Konservator der Abteilung Erdwissenschaften handelt es sich bei den Fundstücken nicht um Überreste vom Meteoriten, sondern um Tektiten. Diese Gläser bilden sich bei Meteoriteneinschlägen aus irdischem Gestein.

Alexander Bangerts schwarze Steine stammen allerdings aus Asien, europäische Tektite seien an der flaschengründen Farbe erkennbar.

Der Experte untersuchte zur Beweiserbringung das spezifische Gewicht und die chemische Zusammensetzung des Steins. Ein Zusammenhang mit dem Meteor vom 15. März schliesst er absolut aus.

Doch was machen asiatische Steine in Schöfland? Laut dem Experten würden solche Tektite des australasiatischen Streufelds auf Mineralienbörsen immer wieder angeboten und seien in relativ grossen Mengen auf dem Markt. Der 19-jährige Aargauer Finder war bisher noch nicht für eine Stellungnahme erreichbar. (edi)