Lenzburg

Die SBB wollen das GA abschaffen – das sagen die Pendler dazu

SBB will GA streichen

SBB will GA streichen

Die SBB denkt darüber nach, das bei den Pendlern beliebte GA abzuschaffen. Tele M1 weiss: Damit würden die SBB ihre besten Kunden verlieren.

Bei den Pendlern erfreut sich das General-Abonnement der SBB grosser Beliebtheit. Dennoch denken die SBB darüber nach, das GA abzuschaffen. Damit stossen sie auf viel Kritik von allen Seiten, allen voran den Pendlern.

Eine Umfrage von Reporter Till Burgherr am Bahnhof Lenzburg zeigt, dass sich die SBB mit der Abschaffung des GA ihre besten Kunden vergraulen, berichtet Tele M1 am Montag. Den Vorschlag der SBB, das GA zu streichen, stösst während der Rushhour am Bahnhof Lenzburg auf viel Unmut.

GA für Arbeitsweg

«Ich finde das einen absoluten Schwachsinn. Vor allem für den Berufsverkehr», entgegnete ein aufgebrachter Pendler. Besonders viele Leute nutzen den öffentlichen Verkehr auf ihrem Arbeitsweg. «Die Leute pendeln ja nicht freiwillig so weit zur Arbeit. Ich gehöre auch zu den Pendlern, die das GA zur Arbeit nutzen», meinte eine SBB-Kundin.

«Das GA in einer Hauruck-Aktion abzuschaffen, wäre eine ganz dumme Idee», tönte es von einem weiteren Pendler.

Nur eine Frage der Zeit?

Anders als die Zugreisenden bevorzugt SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar dynamische Billetpreise statt pauschale, wie dies momentan beim GA der Fall ist.

Seit dem 1. August 2015 gäbe es keine optischen Unterschiede zwischen dem GA und dem Halbtax. Beide seien im roten Swisspass versteckt. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis das GA ganz verschwindet?, fragt Tele M1.

Monika Ribar, Präsidentin des Verwaltungsrats der SBB, liebäugelt mit dynamischen Billetpreisen.

Monika Ribar, Präsidentin des Verwaltungsrats der SBB, liebäugelt mit dynamischen Billetpreisen.

Von links bis rechts kritisiert

Die Zukunftspläne der SBB werden von links bis rechts kritisiert. Bea Heim, Präsidentin der Interessensgemeinschaft Öffentlicher Verkehr Schweiz, zeigt der SBB die rote Karte. «Die SBB wollen mehr Einnahmen generieren, weshalb sie in Richtung differenzierte Billetpreise je nach Tageszeit gehen. Für die Kundschaft ist es nicht mehr planbar, was eine Zugfahrt wirklich kostet», sage Heim.

Zeigt der SBB die rote Karte: Bea Heim, Präsidentin der Interessensgemeinschaft Öffentlicher Verkehr Schweiz.

Zeigt der SBB die rote Karte: Bea Heim, Präsidentin der Interessensgemeinschaft Öffentlicher Verkehr Schweiz.

Auch laut Ueli Giezendanner, Aargauer SVP-Nationalrat, sollen die Leute auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr bezahlen müssen. «Das ist eine Diskriminierung der Arbeitnehmer», behauptet er. Giezendanner dreht den Spiess gleich um und schlägt das Gegenteil vor: «Die Ticketpreise sollen am Morgen günstiger sein, wenn besonders viele Leute die ÖV benutzen und wenig auf der Strasse sind. Über den Tag hindurch soll dann das Reisen angenehmer, zuverlässiger und bequemer sein, aber zu höheren Preisen.»

Ueli Giezendanner schlägt das Gegenteil vor.

Ueli Giezendanner schlägt das Gegenteil vor.

Die SBB selbst wollten sich gegenüber Tele M1 nicht zur Debatte äussern.

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