Schafisheim

Die Rudolf-Steiner-Schule bittet Eltern um Vermittlungsgespräche

Zwischen der Rudolf-Steiner-Schule Aargau – im Bild die Schule in Schafisheim – und einigen Eltern sind die Fronten verhärtet.

Zwischen der Rudolf-Steiner-Schule Aargau – im Bild die Schule in Schafisheim – und einigen Eltern sind die Fronten verhärtet.

Die Rudolf-Steiner-Schule unterbreitet den kritischen Eltern ein Mediationsangebot. Der Konflikt sei leider eskaliert, so die Schule. Die Eltern wollen das Angebot nicht auf jeden Fall nehmen. Sie stellen Forderungen.

Ein halbes Jahr dauert der Konflikt zwischen der Leitung der Rudolf-Steiner-Schule Aargau und einigen Eltern bereits. Derzeit untersucht das Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) die Gewaltvorwürfe gegen Lehrer, involviert sind auch das kantonale Inspektorat und die Kinderschutzstelle Baden. Sowohl die Eltern als auch die Schule lassen sich inzwischen von Anwälten vertreten, die Fronten im Konflikt scheinen ziemlich verhärtet.

Nun unterbreitet die Schule den kritischen Eltern ein Mediationsangebot. Angestrebt würden «Lösungen statt Vorwürfe und Unterstellungen», heisst es in einer Medienmitteilung, die gestern Mittwochabend verbreitet wurde. Demnach werden die Eltern, die ihre Kinder inzwischen von der Schule genommen haben, «um die Aufnahme von Vermittlungsgesprächen» ersucht.

Mediation «ein Gebot der Stunde»

Leider sei ein Konflikt mit einer Elterngruppe stark eskaliert, bedauert die Schule. «Es ist ein Gebot der Stunde und im grössten Interesse der involvierten Kinder, Lehrer und Eltern, dass dieser Konflikt gelöst werden kann», heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu brauche es guten Willen bei allen Beteiligten.

Die Schulverantwortlichen machen laut der Mitteilung «trotz massiver und verletzender Anschuldigungen nun einen Schritt auf die Elterngruppe zu und schlagen eine Mediation unter der Leitung eines unabhängigen ausserkantonalen Mediators vor». Diese solle allen Beteiligten die Tür zur Deeskalation öffnen.

Aus rechtlichen Gründen könnten «nur jene strittigen Punkte Gegenstand der Mediation sein, die nicht von der Aufsichtsbehörde behandelt werden», schränkt die Schulleitung ein. Ausserdem müssten sich die Parteien im Vorfeld über den Kreis der Gesprächsteilnehmer einigen. Die Schulverantwortlichen sind überzeugt, dass dieser Weg «zielführend ist und Raum schafft, die Kräfte dorthin zu lenken, wo sie gebraucht werden: in den Unterrichtsalltag mit den Kindern und den Jugendlichen».

Elterngruppe reagiert kritisch

Ob die kritischen Eltern das Angebot annehmen, ist offen. «Bevor wir einer Mediation zustimmen, wollen wir über die Art und Weise mitreden», hält eine Vertreterin der Elterngruppe gegenüber der az fest. Und die Eltern haben weitere Forderungen: «Wir wollen bei der Wahl des Mediators mitreden. Ausserdem müssen wir im Vorfeld wissen, welche Themen überhaupt noch behandelt werden dürfen.»

Die Schule wolle offenbar nur Themen besprechen, die nicht vom BKS behandelt würden. «Tatsache ist aber, dass fast alle Themen von verschiedenen Behörden und Kontrollstellen behandelt werden», kritisieren die Eltern, und fragen: «Worüber wollen die Verantwortlichen mit uns reden?» (fh)

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