Die aargauische Mittelschullandschaft befindet sich im Umbruch. Die Schülerzahlen nehmen zu. In den nächsten Jahren werden zwei neue Kantonsschulen nötig sein, eine davon soll im Fricktal installiert werden, eine zweite im Raum zwischen Aarau und Baden. Die Digitalisierung verändert Art und Weise des Lehrens und des Lernens; neue Lerninhalte stehen in Konkurrenz zu traditionellen.

Deshalb hat der Regierungsrat das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) beauftragt, bis Mitte 2019 in einem Planungsbericht die Entwicklungsabsichten der aargauischen Mittelschullandschaft über die nächsten 25 Jahre aufzuzeigen.

Nur noch 12 statt 13 Jahre

Mit einer Motion möchte nun Grossrätin Sabina Freiermuth (FDP, Zofingen) den Regierungsrat beauftragen, im Entwicklungsbericht einen weiteren Aspekt zu berücksichtigen: Im Rahmen des Sanierungskonzepts der Kantonsfinanzen arbeitet das Departement BKS am Reformvorhaben «Verkürzung der Schuldauer bis zur gymnasialen Matur». Ziel der Reform ist es, die Schulzeit bis zur Matur von 13 auf 12 Jahre zu verkürzen. Bis im Dezember 2018 sollen verschiedene Varianten erarbeitet und bezüglich Umsetzbarkeit und finanziellem Entlastungspotenzial geprüft werden. Mit der Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr könnten mittelfristig jährlich rund vier Millionen Franken eingespart werden.

Eine denkbare Variante wäre ein Langzeitgymnasium, das unter Umständen eine Erhöhung der Abteilungen an den Kantonsschulen zur Folge hätte. Umgekehrt würde für Schülerinnen und Schüler, welche sich für das Langzeitgymnasium entscheiden, die Bezirksschulzeit wohl verkürzt oder, je nach Modell, allenfalls ganz entfallen. Wie die Lösung auch ausfallen wird; klar ist, dass die Verkürzung zu erheblichen Veränderungen in der aargauischen Schullandschaft führen wird.

Projekt ohne Fortschritte?

Obschon das BKS schon einige Zeit an diesem Reformvorhaben arbeite, fänden sich im aktuellen Zwischenbericht zur «Gesamtsicht Haushaltsanierung» dazu keine neuen Aussagen, kritisiert Freiermuth. Offensichtlich habe das Projekt in den letzten sechs Monaten keine Fortschritte gemacht.

Es verstehe sich von selbst, schreibt Freiermuth in ihrem Vorstoss, dass ein Projekt zur Reduktion der Schuljahre bis Matur unmittelbare Konsequenzen für die Mittelschullandschaft habe. Deshalb verlangt sie, dass die möglichen Auswirkungen zwingend in die Untersuchungen zum Planungsbericht einzubeziehen seien.

Mit ihrer Motion möchte Freiermuth auch sicherstellen, dass der von der Regierung für Dezember 2018 angekündigte Zwischenbericht zur Haushaltsanierung auch tatsächlich konkrete Angaben über die Machbarkeit und die Einsparmöglichkeiten enthält. Pädagogische Argumente für oder gegen die Verkürzung solle dann, wenn es nach Freiermuth geht, der Planungsbericht Mitte 2019 liefern.