Die Kantonspolizei ist an verschiedenen Fronten in der Prävention tätig. Flyer und Broschüren geben zum Beispiel Verhaltenstipps, wie man sich am besten verhält, um nicht Opfer von Taschen- oder Trickdieben zu werden.

Wenn der Sicherheitsberater der Kantonspolizei Aargau aber ausrückt, um vor Ort zu beurteilen, ob ein Wohnhaus hinreichend vor Einbrechern geschützt ist, kostet das 150 Franken pro Stunde. In anderen Kantonen ist diese Dienstleistung gratis, im Aargau sei aber nicht vorgesehen, etwas an der Kostenpflicht zu ändern, sagt Samuel Helbling, Sprecher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, zu einem Bericht des Regionaljournals Aargau Solothurn.

Telefonische Auskünfte und Kurzberatungen sind auch hier nicht kostenpflichtig. Wenn aber der Sicherheitsberater vor Ort kommt und einen Check macht, sieht man das nicht mehr als allgemeinen service public, sondern als Sonder-Dienstleistung der Polizei an.

Kein Kaffeeplausch

Würde nicht mehr erreicht, wenn die Polizei wie in den meisten anderen Kantonen die Einbruchsicherung gratis überprüfen würde? Nein, sagt Rolf Mohn, der die Sicherheitsberatung der Kantonspolizei seit 2005 im Einmannbetrieb leitet.

Er gibt zunächst zu bedenken, dass die Dienstleistung einer individuellen Sicherheitsberatung mit einem weit höheren Aufwand verbunden sei als den ein bis zwei Stunden, die den Kunden verrechnet werden.

Mohn beziffert den gesamten Aufwand inklusive Anfahrtsweg und Nachbearbeitung mit Protokoll auf durchschnittlich einen halben Tag. Für die Kostenpflicht sprechen für Mohn aber auch andere Argumente.

Wer etwas für seine Dienste bezahle, bestelle ihn nicht einfach zum Kaffeeplausch, sondern wolle auch wirklich etwas für mehr Sicherheit in seinem Haus unternehmen und sei bereit, etwas dafür zu investieren. Könnte man ihn hingegen einfach gratis ins Haus bestellen, würden wohl die Anfragen massiv zunehmen und die Qualität seiner Arbeit zwangsläufig unter dem Ansturm leiden.

«Schön, aber nicht sicher gebaut»

Und der ist schon heute beträchtlich. Wer jetzt an einem Sicherheitschek für sein Haus interessiert ist, muss sich gedulden. Mit der Zunahme der Meldungen über Einbruchdiebstähle stiegen auch die Anfragen bei der Beratungsstelle der Kantonspolizei an.

Wer sich jetzt meldet, kommt auf eine Warteliste. Vor Januar ist kein Termin mit Rolf Mohn mehr zu kriegen. Rund 100 Beratungen mache er im Jahr, sagt Mohn.

Er ist nicht nur für Privathaushalte zuständig, sondern wird auch von Firmen und von der kantonalen Verwaltung beigezogen, zum Beispiel wenn es um die Einbruchsicherung der neuen regionalen Staatsanwaltschaften geht.

Wer auf den Rat des Profis hört, muss in der Regel weit mehr als die 150 oder 200 Franken Gebühr aufwenden. «In den letzten 50 Jahren wurde in der Schweiz zwar schön, aber nicht sicher gebaut», weiss Rolf Mohn von seinen Besichtigungen zu berichten.

Handlungsbedarf, damit Einbrecher kein allzu leichtes Spiel an Türen und Fenstern haben, macht er fast immer aus. Und dafür müssten die Hausbesitzer dann sehr schnell einige tausend Franken aufwenden.