Renata Siegrist
Die neue höchste Aargauerin vergleicht sich mit Aschenputtel und mag keine Stichentscheide fällen

In ihren ersten Worten als höchste Aargauerin sprach Renata Siegrist über Märchen, Mobilität und ungeliebte Stichentscheide.

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Renata Siegrist hat als Grossratspräsidentin ein Jahr lang viel Macht. Auf Stichentscheide freut sie sich aber nicht.

Renata Siegrist hat als Grossratspräsidentin ein Jahr lang viel Macht. Auf Stichentscheide freut sie sich aber nicht.

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«Was sind gute Entscheidungen und was sind die Bedürfnisse unseres Kantons?» -– das fragte Renata Siegrist in ihrer Präsidialansprache sich und ihre Ratskolleginnen und -kollegen in ihrer Antrittsrede nach ihrer Wahl zur Grossratspräsidentin. «Keine einfache Frage in Zeiten des schnellen Wandels, in denen der Aargau mit einem hohen Siedlungsdruck aus den umliegenden Zentrumsstädten – und damit verbunden mit einem hohen Bevölkerungswachstum konfrontiert ist», meinte Siegrist.

«Eine zunehmend junge und urbane Bevölkerung drängt in ländliche Regionen und stellt höhere Anforderungen an die Mobilität, den Zugang zu Bildung, an die Freizeitgestaltung und die Abdeckung des persönlichen Bedarfs.»

«Möglichst nie Stichentscheid fällen»

«Wir, die heute hier Anwesenden sind gefordert», sagte Grossratspräsidentin Siegrist. «Wir müssen die Menschen ins Zentrum unserer Entscheidungen stellen, ihre Bedürfnisse erkennen und auf diese reagieren». Die Forderungen einer modernen Wohnbevölkerung seien vielfältig und stellen hohe Ansprüche an die Infrastruktur, die Bildung und die Mobilität.

Zu ihr als Grossratspräsidentin sagte Siegrist: «Nicht dass ich nicht gerne den Entscheiden meine persönliche Note geben würde.» Aber: Sie hoffe innigst, dass sie als Präsidentin möglichst nie den Stichentscheid fällen müsse.

Siegrist gleicht der Tag ihrer Wahl der Geschichte vom Aschenputtel. «So wie sich Aschenputtel nie erträumt hätte auf den Ball zu gehen, so hätte ich als Vertreterin der kleinen und jungen Grünliberalen Partei nie erwartet, mich in der Rolle als Präsidentin des Grossen Rates wieder zu finden. In Anlehnung an dieses Märchen erlaube ich mir aber, wie Aschenputtel, ein paar Wünsche zu äussern. Mal sehen – vielleicht werden sie ja bei mir auch in Erfüllung gehen.» Zentral wichtig sei ihr ein Parlament, welches «das Wohl aller Aargauerinnen und Aargauer im Herzen trägt und keine Partikularinteressen, weder regionale noch persönliche in den Vordergrund stellt». (bar)

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Hier gehts zum Ticker zur ersten Grossratssitzung 2019.

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