Gute Zahlen
Die Migros investiert im Kanton Aargau 55 Millionen

Die Migros Aare erwirtschaftete 2014 einen Rekordumsatz – auch das neue Jahr sei gut angelaufen, trotz Frankenstärke. Die Migros Aare investiert nun in weiteres Wachstum.

Peter Brühwiler
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Baustart 2016: Im Bahnhof Aarau will sich die Migros auf 7000 Quadratmetern einmieten.

Baustart 2016: Im Bahnhof Aarau will sich die Migros auf 7000 Quadratmetern einmieten.

ZVG

Auch über dem Shoppyland im bernischen Schönbühl hat der Mond die Sonne gestern Vormittag kurz verdunkelt. Ein schlechtes Omen für die Migros Aare, die gleichzeitig ihre Jahreszahlen präsentierte – zumal sich wegen der ruckartigen Frankenaufwertung jüngst ja auch die Konjunkturaussichten etwas verdüstert haben?

Mitnichten. Die Genossenschaft Migros Aare, die in den Kantonen Aargau, Solothurn und Bern tätig ist, sieht sich am Ende einer zweijährigen Konsolidierungsphase und will jetzt wieder den Vorwärtsgang einlegen.

«Allein 200 Millionen Franken werden wir bis 2018 in unsere Supermarkt-Filialen investieren», verkündete Reto Sopranetti, Leiter Supermarkt und Gastronomie, an der Jahresmedienkonferenz am Freitag. Mit diesem Betrag sollen die letzten 40 von insgesamt 124 Supermärkten auf den neusten Stand gebracht werden.

Die Deutschen bleiben weg

Keine Spur von Endzeitstimmung also, zumal das Jahr 2015 erfolgreich angelaufen ist. Im Januar und Februar konnte die Migros Aare ihren Umsatz gegenüber den beiden Vorjahresmonaten um 2,6 Prozent steigern. Auch im Kanton Aargau laufe das Geschäft trotz Frankenaufwertung gut, sagte Sopranetti.

Spürbar sei der starke Franken in unmittelbarer Grenznähe aber natürlich schon — «wobei wir weniger einen Rückgang von Schweizer Kunden verzeichnen als vielmehr von Deutschen, die jetzt garantiert nicht mehr kommen».

Der Umsatzrückgang mache sich vor allem in kleinen Filialen bemerkbar, «während die grösseren gleich gut oder nur leicht schlechter laufen als der Migros-Aare-Durchschnitt».

Einkaufstourismus hin oder her: Der Kanton Aargau ist laut Reto Sopranetti weiterhin eine wachsende Wirtschaftsregion, «und dem tragen wir auch Rechnung».

In Zahlen: 2014 hat die Migros Aare im Kanton rund 40 Millionen von insgesamt 156 Millionen Franken investiert. Unter anderem wurden die Supermärkte in Spreitenbach und Lupfig umgebaut und neue Läden in Rothrist und Gebenstorf eröffnet — zwei «weisse Flecken» weniger also, wobei es laut Sopranetti durchaus noch Potenzial für weitere Filialen gibt: «Wir schauen uns permanent nach neuen Standorten um.»

Einen hat die Genossenschaft bereits gefunden: Im zweiten Teil des Aarauer Bahnhofgebäudes, das ab Mitte 2016 gebaut werden soll, wird sie die ersten beiden Stockwerke mieten – eine Fläche von 7000 Quadratmetern. Das Projekt ist Teil des Bestrebens der Migros, näher «an den Pendlerstrom» zu kommen.

Operation am offenen Herzen

Während das Aarauer Migros-Center der neuen Generation noch Zukunftsmusik ist, wurde das zweite aktuelle Aargauer Grossprojekt bereits gestartet: Für knapp zehn Millionen Franken saniert der orange Riese seine Brugger Filiale im Neumarkt. Es sei die letzte MMM-Filiale, die umgebaut werde, sagt Sopranetti.

Ein Grund, dass es etwas länger gedauert hat: «Das Gebäude bei gleichzeitigem Betrieb zu sanieren, ist eine enorme technische Herausforderung – eine Operation am offenen Herzen sozusagen.» Insgesamt plant die Migros Aare im Kanton Aargau in diesem Jahr Investitionen in der Höhe von 55 Millionen Franken.

Dass die Genossenschaft Migros Aare im vergangenen Jahr einen Gewinn von 62 Millionen Franken erwirtschaf-
tet hat, erleichtert die Sache natürlich. Sowieso blickt sie auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Der Gesamt-
umsatz erreichte – inklusive Tochtergesellschaften – 3,4 Milliarden Franken. Das sind 50 Millionen Franken mehr als im Jahr 2013. Man sei somit im zehnten Jahr in Folge schneller gewachsen als der Markt und die Hauptkonkurrenz, teilte die Migros Aare mit.

«Take-aways unter Druck»

Mit einem Umsatzminus von rund drei Millionen Franken lief der Gastronomie-Sektor nicht ganz rund. «Klassische Take-aways geraten stärker unter Druck, weil sich die Bedürfnisse der Kunden ändern», erklärte Sopranetti einen der Gründe dafür. In der Berner Altstadt eröffnet die Migros Aare im August deshalb ihre erstes «My Way»-Lokal — eine Mischung aus klassischem Take-away mit Supermarkt-Elementen. Im Aargau ist die Implementierung dieses Konzepts vorerst nicht geplant. «Falls es sich in Bern bewährt, wird es später aber sicher auch hier umgesetzt», verspricht Sopranetti.