Die Ermittler im Fall des Bancomatenraubs im Einkaufszentrum «Seebli» in Lupfig blicken auch über die Landesgrenze nach Deutschland. In Ostthüringen hat in den vergangenen Monaten eine Serie von Überfällen mit dem Bagger auf Bankfilialen für Aussehen gesorgt.

Geknackt!

Die Räuber rissen jeweils eine Aussenwand ein, um an die Wertsachen zu kommen. Eine Spur zwischen Lupfig und Ostdeutschland gibt es derzeit aber nicht, wie Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau auf Anfrage erklärt.

Klar ist aber: «Das schwere Delikt von Lupfig weist auf eine internationale Täterschaft hin.» Auch auf Bandenkriminalität. Es brauche Fachwissen über das Bancomaten-Model und wie es eingebaut sei.

Bank muss für Sicherheit sorgen

Zur Erinnerung: In der Nacht auf Montag wurde im Einkaufszentrum «Seebli» in Lupfig ein Loch in eine Wand geschlagen, in die ein Bancomat der Coop-Bank eingelassen war. Die Täterschaft konnte mehrere Zehntausend Franken erbeuten. Die Kantonspolizei sprach von «Profis», die sich ans Werk gemacht haben.

Und gerade weil Profis am Werk waren, sagt Roland Pfister: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Täter wieder zuschlagen.» Die Kantonspolizei erhöht deshalb ihre Wachsamkeit. Pfister: «Wir wissen ja, wo die Banken und gefährdeten Bankomaten stehen.» Er sagt aber auch: «Für die Sicherheit ist in erster Linie der Besitzer der Bancomaten zuständig – und das sind die Banken.»

2014 schlugen Bancomat-Knacker mehrmals zu

Bancomaten standen auch im Mittelpunkt einer aufsehenerregenden Einbruch-Serie von Anfang 2014. Damals suchten die Täter nach freistehenden Bancomaten und frästen die Aussenhülle auf. Bekannt sind die Taten von Suhr, Baden-Dättwil, Oberentfelden am Bahnhof Mellingen-Heitersberg. Bereits damals sprach Roland Pfister von «einer Profi-Täterschaft», die «sich mit den verschiedenen Modellen von Bancomaten auskennt».

Bankomat-Knacker

Bankomat-Knacker

Ob ein Zusammenhang zwischen dem jüngsten Fall besteht ist nicht klar, wird aber gemäss Pfister in Betracht gezogen.

Erster Bankraub seit Mai 2015

Der Fall «Seebli» ist der erste seit dem Mai 2015 auf eine AKB-Filiale in Rothrist, der eine Bank betrifft. Damals brachen mehrere Täter in die Filiale ein und versuchten einen Kleintresor zu öffnen - was misslang.