Grüne Partei
Die Grünen wollen mit Geri Müller zurück auf den Erfolgspfad

Der Badener Vizeammann und Nationalrat Geri Müller ist an der Mitgliederversammlung der Grünen Aargau als offizieller Kandidat für das Präsidentenamt der Schweizer Grünen nominiert worden.

Mathias Küng
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Geri Müller mit Parteifreunden an der Versammlung in Brugg

Geri Müller mit Parteifreunden an der Versammlung in Brugg

Emanuel Freudiger

In der Sache war die Nomination von Nationalrat Geri Müller durch die Mitgliederversammlung der Aargauer Grünen am Dienstagabend in Brugg als offizieller Kandidat für das Präsidentenamt der Schweizer Grünen völlig unbestritten.

So konnte Präsidentin Gertrud Häseli in wenigen Worten darlegen, was der Vorstand von einem nationalen Präsidenten Müller erwarten würde: ein gutes Präsidium und neuen Schwung auch für die Grünen Aargau, die dann ja einen direkten Draht in die Zentrale hätten.
«Kein Links-Rechts-Problem»

Es sei schon heftig, dass die Grünen bei den letzten Wahlen fünf Sitze verloren haben, so Müller. Ein Links- und Rechts-Problem hätten die Grünen allerdings nicht. Müller: «Das ist alter Kaffee.» Die Grünen seien eine vielfältige Organisation. Das würde er als Präsident herausstreichen. Und seine Fähigkeiten gern zur Verfügung stellen.

Immerhin habe er schon mehrere Organisationen präsidiert. Wie unlängst in einem Interview in dieser Zeitung rief er Leute, die grün wählen, dazu auf, sich auch als Mitglieder zu dieser Partei zu bekennen.

«Gewaltige Systemkrise»

Wir befänden uns in einer gewaltigen Systemkrise, Wirtschaft, Finanzen funktionierten nicht mehr, sagte Müller: «Das müssen wir zur Sprache bringen.» Auch würden die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt, derweil Firmen immer mehr tun dürften «Dagegen», so Müller, «müssen wir uns wehren».

Gegenstimmen zu einer Kandidatur Müller gab es nicht - eine interessierte Nachfrage, wie er sich für das Präsidentenamt Zeit freischaufeln wolle, aber schon. Müller bestätigte, was er schon gegenüber dieser Zeitung gesagt hat: Er sei im Gespräch, um im Falle einer Wahl in mehreren Organisationen Verantwortung abzugeben. Das Vizeammannamt in Baden und das Nationalratsmandat (das für das nationale Präsidium nachgerade eine Voraussetzung ist) behalte er aber.

Weitere Interessenten

Müller wurde schliesslich mit Akklamation nominiert. Jetzt hat der das Ticket für Genf. Dort regeln die Delegierten am 21. April die Nachfolge von GPS-Präsident Ueli Leuenberger.

Entschieden wird auch, ob es weiter einen Präsidenten/eine Präsidentin mit Vizes oder ein Co-Präsidium geben soll. Am Präsidium interessiert sind nebst Geri Müller Vizepräsidentin Aline Trede, Regula Rytz (beide BE), Adèle Thorens (VD), Bastien Girod und Markus Kunz (beide ZH).