Aargauer Regierungsrat
Die grossen Parteien verhandeln im Geheimen – nun macht Maya Bally auf sich aufmerksam

Die Aargauer Bürgerlichen und die Mitteparteien taktieren und versuchen sich auf eine Kandidatin für den zweiten Wahlgang zu einigen. Überraschungskandidatin Maya Bally von der kleinen BDP versucht, nicht vergessen zu gehen.

Jürg Krebs
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Maya Bally
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Maya Bally am Sonntag im Ratskeller des Grossratsgebäudes in Aarau.
Maya Bally Frehner (r.) verfolgt mit Antoinette Eckert von der FDP (l.) die Ergebnisse der Grossratswahlen.
Maya Bally am Sonntag im Ratskeller des Grossratsgebäudes in Aarau.
BDP-Regierungsratskandidatin Maya Bally Frehner, SVP-Parteipräsident AG Thomas Burgherr und Politologe Urs Vögeli sehen sich die neusten Ergebnisse der Regierungsratswahlen an.

Maya Bally

Sandra Ardizzone

Das Taktieren, Rechnen und Verhandeln hat begonnen. Der zweite Wahlgang vom 27. November 2016 für die Aargauer Regierung wird zum Nervenspiel.

Die SVP setzte die Bürgerlichen Parteien, allen voran die FDP, unter Druck, indem sie bereits gestern kategorisch bestimmte: "Franziska Roth ist auch im zweiten Wahlgang unsere Kandidatin." (Präsident Thomas Burgherr)

Ausgerechnet Franziska Roth soll die Bürgerlichen gegen Links-Grün retten. Roth wird von der FDP abgelehnt und sie fand auch sonst bei den anderen Parteien kaum Anklang - jedenfalls nicht als Kandidatin. Doch das Wahlresultat führt dazu, dass die FDP sich bewegen muss. Denn Roth wurde fünfte, verpasste das Absolute Mehr. Ein solches Resultat hat der Richterin wohl nicht einmal die eigene Partei zugetraut. Klar ist aber, dass sie gestärkt aus dem Wahlgang herauskommt.

Roth unterstützen, das kommt weder für die FDP noch für die CVP uneingeschränkt in Frage. Deshalb schauen sich die Parteistrategen am Montag nach valablen Alternativen zu Roth um. Denn eines ist ihnen Gemeinsam. Die wahrscheinliche Kandidatin von Links-Grün wollen sie verhindern – es dürfte SP-Nationalrätin Yvonne Feri sein.

Geht Bally vergessen?

Nun bietet sich Maya Bally von der BDP als Alternative an. Zwar ist ihre Partei am Sonntag marginalisiert worden, Bally jedoch hat ein gutes Resultat bei der Regierungsratswahl erzielt. Ein Resultat, das sie weiterhin im Rennen halten könnte. Sie selbst twittert am Montagmittag: "Bei Unterstützung, bereit für eine Fortsetzung..."

Damit will Bally verhindern, dass sie bei den Hinterzimmergesprächen vergessen wird. Das Problem von Bally ist eine fehlende Grosspartei im Rücken. Sprich: Wäre sie in einer der grossen Parteien SVP oder FDP, wäre sie wohl gewählt worden.

Ihr Handycap: FDP und CVP wollen der Kleinstpartei, die in ihren Gefielden Wähleranteile fischt, keine Schützenhilfe leisten, indem sie die BDP in die Regierung hieven.

Das Resultat des ersten Wahlgangs vom Sonntag:

So haben die Kandidierenden für den Regierungsrat abgeschnitten

So haben die Kandidierenden für den Regierungsrat abgeschnitten

AZ