Frühlingsanfang
Die grosse Ruhe vor dem Frühlings-Sturm auf die Garten-Center

Für die Jahreszeit viel zu tiefe Temperaturen wirken sich auf Natur und Menschen aus: Von Ansturm auf die Gartencenter keine Spur. Bäume, Büsche und Salate wären bereit, aber die Hobbygärtner ziehen die warme Stube vor.

Hans Lüthi
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Die Forsythien sind noch längst nicht in Vollblüte wie hier.

Die Forsythien sind noch längst nicht in Vollblüte wie hier.

Walter Schwager

Ruhe vor dem Sturm herrscht im grossen Gartencenter Zulauf in Schinznach-Dorf, ebenso bei Rosen-Huber in Dottikon.

«Je nach Witterung kann der Start in die Gartensaison schon Ende Februar oder erst Anfang April stattfinden», sagt Johannes Zulauf, Co-Geschäftsleiter im grossen Gartencenter Zulauf in Schinznach-Dorf.

Normal wäre ein Start in den ersten beiden Märzwochen, aber dieses Jahr herrschen auch beim kalendarischen Frühlingsbeginn eher winterliche Temperaturen.

Wenn der grosse Run beginnt, kann Zulauf kein zusätzliches Personal einstellen, «denn wir haben alles professionelle Gärtner, die ganzjährig bei uns arbeiten», betont der Garten-Unternehmer. Immerhin ging es im jüngsten Winter ohne grosse Frostschäden.

Mit Schrecken denkt Johannes Zulauf an den extremen Vorwinter zurück, als 30 Prozent der Pflanzen erfroren sind. «Das hat uns eine siebenstellige Summe gekostet, wir werden auch dieses und nächstes Jahr noch darunter leiden», betont der Co-Geschäftsleiter.

Denn bei einem Teil der Kulturen gab es Totalausfälle, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Westeuropa.

Die Ursache war überall dieselbe: Nach einem warmen Dezember und Januar begannen die Pflanzen mit dem Austrieb, die dreiwöchige Kältewelle im Februar 2012 mit bis zu minus 20 Grad wirkte als tödlicher Schock.

Bei der Container-Baumschule Zulauf spielte die Tatsache mit, dass die Wurzeln schneller erfrieren. «Das Verständnis unserer Direktkunden im Gartencenter war enorm gross, viele sind auf ähnliche Pflanzen ausgewichen», versichert Johannes Zulauf.

Schwieriger sei es bei den Grosskunden gewesen, «denn die wollten ein fixes Produkt haben».

Auf mehr Kundschaft warten auch die Angestellten von Rosen-Huber in Dottikon noch, aber Seniorchef Richard Huber klingt nach dem Tiefschlag vom Vorjahr optimistisch.

Dem bekannten Züchter erfroren damals 17 000 Container-Rosen, 2500 Obstbäume und 1500 Coniferen und Sträucher. Doch das Jahr endete wirtschaftlich nicht so schlimm wie befürchtet.

«Die Kunden haben unsere Notlage verstanden und Ersatzpflanzen gekauft», freut sich Huber über die positive Entwicklung. Der grosse Mangel an Container-Rosen konnte teils durch andere Rosenstöcke aus dem Kühlraum kompensiert werden.

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