Oberwil-Lieli
Die Glarner-Schlappe: «Offensichtlich haben sie gut mobilisiert»

Gegenüber Tele M1 nimmt SVP-Hardliner Glarner Stellung zu seiner Niederlage. Mit einer Ersatzabgabe wollte er Asylbewerber von der Gemeinde fernhalten. Diese hat sich nun gegen sein Vorhaben gestellt.

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Am Freitag entschied die reichste Gemeinde des Kanton Aargaus, dass die Ersatzabgabe an den Kanton gestrichen und damit Asylsuchende in der Gemeinde aufgenommen werden.

Gegenüber Tele M1 gibt sich SVP-Hardliner als guter Verlierer: «Offensichtlich haben die Gegner besser mobilisiert. Es ist ein korrekter demokratischer Entscheid, den ich akzeptiere.» Trotzdem: Andreas Glarner hat in seinem eigenen Dorf den Kürzeren gezogen.

Für die nun acht Asylbewerber, die die Gemeinde aufnehmen muss, schwebt dem SVP-Politiker denn auch eine Containerlösung vor. Sie in Wohnungen unterzubringen, steht nicht zur Debatte - denn der Wohnraum sei teuer.

Der Vorstoss der 24-jährigen Jolanda Gündel wurde mit 179 zu 149 Stimmen angenommen. Trotzdem: Der Entscheid der Gemeindeversammlung ist für viele überraschend.

Glarner ist in Oberwil-Lieli bekannt dafür, die Gemeindepolitik in seinem Sinne zu steuern. Zudem seien rund drei Mal soviele Stimmberechtigte an der Gemeindeversammlung erschienen, wie sonst üblich.

Hinter dem Vorstoss steht die «IG für ein solidarisches Oberwil-Lieli», welche vor zwei Wochen erst ihren Antrag offiziell angekündigt hat: Der Gemeinderat soll beauftragt werden, darauf zu verzichten, 290'000 Franken für Ersatzzahlungen vorzusehen und stattdessen für die «Bereitstellung der notwendigen Unterkünfte besorgt zu sein». Rund 50 stimmberechtige Einwohner unterzeichneten den Antrag gemäss Publikation im «Wochenfalter», dem Publikationsorgan von Oberwil-Lieli.

Der Entscheid aus Oberwil-Lieli wird auch in den sozialen Netzwerken bereits diskutiert - das Echo ist positiv:

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