Aargau

Die geknackten Bankomaten sind noch immer nicht repariert

Der AKB-Bankomat in Dättwil ist noch bis Mitte Juni ausser Betrieb.

Der AKB-Bankomat in Dättwil ist noch bis Mitte Juni ausser Betrieb.

Anfang Jahr wurden im Aargau vier Geldautomat geknackt. Zwei der professionell aufgefrästen Geräte sind nach wie vor ausser Betrieb. Ein mutmasslicher Täter sitzt zwar seit Ende Februar in U-Haft ist, doch von der Bande fehlt jede Spur.

Im Januar und Februar knackten Räuber innert weniger Wochen gleich vier Bankomaten im Kanton (die az berichtete). Ende Januar: Diebe erbeuten in Oberentfelden mehrere Tausend Franken aus einem Geldautomaten der Aargauischen Kantonalbank (AKB).

Anfang Februar: Die Raiffeisen-Bank am Bahnhof Mellingen-Heitersberg wird Opfer der Automatenknacker. Gleich zwei Bankomaten sind in der Nacht auf den 26. Februar betroffen. Der Raubversuch am Automaten der Hypothekarbank Lenzburg in Suhr bleibt erfolglos. In Baden-Dättwil flüchten die Täter mit einem Teil der Beute aus einem AKB-Automaten vor der Polizei (die az berichtete).

Aufwändige Reparatur

Einen Monat später sind zwei der Geldautomaten noch ausser Betrieb. Am schnellsten war die Hypothekarbank Lenzburg, die ihren Automaten bereits am Mittag desselben Tages wieder in Betrieb nahm. «Dies, da nur die Aussenwand des Bankomats beschädigt war», erklärt Peter Schöpp, Mediensprecher der Regionalbank.

Seit Anfang März funktioniert auch der AKB-Automat in Oberentfelden. Jener in Dättwil ist allerdings immer noch defekt. Seit heute informiert ein Plakat über die Wiederaufnahme des Betriebs Mitte Juni. Laut AKB-Sprecher Arthur Schildknecht werden die Geldautomaten allerdings komplett ersetzt. Die Lieferfrist für die Geräte betrage drei Monate und die Installation sei mit einem grossen Programmieraufwand verbunden, begründet er die Verzögerung.

Der Raiffeisen-Automat am Bahnhof Mellingen-Heitersberg soll bereits am Mittwoch wieder Geld ausgeben, erklärt Mediensprecher Frank Würth auf Nachfrage. Er macht eine Verzögerung beim Lieferanten der Ersatzteile verantwortlich.

Keine speziellen Anpassungen

Die Diebe gingen in allen Fällen professionell vor und frästen die Automaten auf, um an die Tresore zu kommen. Die Kantonspolizei sprach dabei von einem «neuen Phänomen». Auf Anfrage der az gaben alle drei Banken nur an, ihre Sicherheitsdispositive fortlaufend an die neusten Standards anzupassen. Einzig die AKB erklärte, wegen der beiden aktuellen und anderen Fällen in der Schweiz auf die neue Masche reagiert und bereits entsprechende Anpassungen umgesetzt zu haben.

Fahndung bisher erfolglos

Wegen der Häufung der Vorfälle hält die Kantonspolizei Aargau eine Raubbande für möglich, die derzeitigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft können diesen Verdacht allerdings noch nicht erhärten. Zwar sitzt seit Ende Februar ein mutmasslicher Täter in Untersuchungshaft. «Er hat aber kein Geständnis abgelegt», erklärt Elisabeth Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft. Auch die Fahndung nach Mittätern sei bisher erfolglos geblieben.

Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, ist aber optimistisch und erklärt überzeugt: «Wir hatten seither keine weiteren Vorfälle. Das zeigt, dass wir sicher auf der richtigen Spur sind.»

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