Alle Jahre wieder erhöht sich im Herbst die Anzahl der Dämmerungseinbrüche. Für Einbrecher bietet sich jeweils am frühen Abend die ideale Gelegenheit, um in der Dämmerung Wohnhäuser auszurauben. Mit der Zeitumstellung wurden die Abende noch früher dunkel, womit sich das Problem weiter verschärft.

So am letzten Sonntag in Rheinfelden, als um 19.30 Uhr eine Frau Scheibengeklirr vom Nachbarhaus hörte. Kurz darauf sah sie vier Männer, die vom Einfamilienhaus flüchteten. Offenbar waren sie gestört worden – es blieb beim Einbruchversuch.

In diesen Monaten ist die Einbruchsrate tendenziell höher. Die Täter schlagen im Schutz der Dunkelheit zu, die seit der Zeitumstellung früher eintritt, dann wenn viele Bewohner noch nicht von der Arbeit nach Hause zurückgekehrt sind. «Sie trauen sich dann die Taten eher zu», erklärt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau.

Besonders auffällig: «Während die Täter bei nächtlichen Einbrüchen meist Geschäfte zu plündern versuchen, liegt der Fokus bei Dämmerungseinbrüchen eindeutig in den Wohngegenden.»

Kriminaltouristen stehlen unabhängig von der Tageszeit

Dabei stechen im Aargau «besonders die nördlichen Regionen» heraus, so Graser. Grund dafür sei vor allem die Autobahn A3, die unter anderem vom Elsass her viele Kriminaltouristen anschwemme. «Diese brechen jedoch meist unabhängig von der Tageszeit ein», da sie oft den ganzen Tag lang ihren kriminellen Tätigkeiten nachgehen würden.

Oft kundschaften diese Täter potenzielle Zielwohnhäuser aus, um zu klären, ob die Bewohner verreist sein könnten. Ein probates Mittel sei laut Graser das gewöhnliche Klingeln an der Haustüre. Sollte sich dabei herausstellen, dass die Bewohner anwesend sind, reden sich die Täter dann oft mit simplen Fragen zum Ort – beispielsweise wo sich denn der Bahnhof befinde – heraus.

Die Kantonspolizei Aargau rät deshalb, jegliche verdächtige Wahrnehmung umgehend zu melden. So könne man den Fahndungserfolg der Polizei wesentlich erhöhen.

Das Missverständnis mit dem Licht

Wenn die Tage früher dunkel werden, besteht zudem die Gefahr, dass die Bewohner das Licht – wie in den Sommermonaten zuvor – am frühen Abend noch nicht einschalten. Es kann daher durchaus vorkommen, dass Einbrecher in der nun früher eintretenden Dunkelheit fälschlicherweise annehmen, es sei niemand zu Hause.

Die Kantonspolizei rät daher, das Licht frühzeitig einzuschalten, um so Anwesenheit zu signalisieren. Aussenbeleuchtungen zeigen hierbei eine besonders abschreckende Wirkung.

Die Polizei hat unlängst ihre abendliche Präsenz in Wohngegenden erhöht. Zusätzlich verteilten Patrouillen in einigen Gebieten Flyer, die der Bevölkerung zur Prävention dienen solle. Fahndungskontrollen wurden weiter intensiviert, wie die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung erklärt. Bis zum März sollen diese Massnahmen andauern – danach sind die Frühabende bekanntlich nicht mehr allzu düster.