Regierungsratswahlen

Die FDP geht auf Distanz – Wahlallianz dürfte für die SVP ein Traum bleiben

Auch von der FDP ist kaum noch mit einer offiziellen Unterstützung von SVP-Kandidatin Franziska Roth (Bild) zu rechnen.

Auch von der FDP ist kaum noch mit einer offiziellen Unterstützung von SVP-Kandidatin Franziska Roth (Bild) zu rechnen.

Wohl keine Empfehlung: FDP geht offen auf Distanz zur Kandidatin der SVP. Eine bürgerliche Allianz zur Doppelvertretung im Regierungsrat bleibt Wunschdenken.

Während das Kandidatenfeld für den zweiten frei werdenden Sitz in der Aargauer Regierung immer grösser wird, scheint eines klar: Die Bildung einer bürgerlichen Allianz, die der SVP nach deren Vorstellung zur Doppelvertretung im Regierungsrat gemäss ihrem proportionalen Anspruch verhelfen soll, bleibt Wunschdenken.

Die CVP fokussiert sich ohnehin auf die eigene Kandidatur von Markus Dieth, der für die Nachfolge des abtretenden Finanzdirektors Roland Brogli vorgesehen ist.

Aber auch von der FDP ist kaum noch mit einer offiziellen Unterstützung von SVP-Kandidatin Franziska Roth zu rechnen. Ein 80-Zeichen-Tweet kann da mehr ausssagen als eine offizielle Verlautbarung aus der Parteizentrale.

«Eine logische Kandidatur und wohl auf den Personalentscheid der SVP zurückzuführen», twitterte FDP-Präsident Matthias Jauslin am Montag nach der Ankündigung der BDP, sich mit Grossrätin Maya Bally ebenfalls um den frei werdenden Sitz von Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli (Grüne) zu bewerben.

Wenn der Präsident der FDP schon öffentlich und eher mehr als weniger deutlich die SVP-Kandidatin so qualifiziert, kann wohl kaum mit grosser Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager gerechnet werden.

Wenig Begeisterung

Matthias Jauslin will seinen Kommentar zwar anders verstanden wissen: Weil die BDP die SVP-Kandidatin als für sie nicht wählbar bezeichnet habe, sei es aus deren Sicht die logische Konsequenz, mit einer eigenen Kandidatin anzutreten.

Und deshalb sei Maya Ballys Kandidatur für ihn auch nicht überraschend. Jauslin bestätigt aber: «Es gibt viele Stimmen in der FDP, die von der SVP-Kandidatur nicht begeistert sind.» Zu entscheiden habe zwar der Parteitag am 24. August, er gehe aber tatsächlich nicht davon aus, dass es von FDP-Seite eine Wahlempfehlung für SVP-Kandidatin Roth gebe.

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(8.8.2016)

Schon bevor bekannt wurde, dass sich Susanne Hochuli nicht mehr zur Wahl stellt, was die Erfolgschancen ja eigentlich massiv erhöhen sollte, war die SVP gewarnt worden: Nicht zuletzt aufgrund des schleppend in Gang kommenden Wahlkampfs ihrer in der Politik noch kaum in Erscheinung getretenen Kandidatin würden in der FDP Stimmen laut, es sei eher eine eigene Kandidatur ins Auge zu fassen als eine Blankoempfehlung für eine zweite SVP-Vertretung in der Regierung abzugeben, hiess es damals.

Ist es den Freisinnigen damit ernst? Die Frage sei noch offen, mehr ist FDP-Präsident Jauslin dazu nicht zu entlocken.

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SP will auch antreten

So gut wie sicher ist, dass die SP sich nicht mit einer Wahlempfehlung für Robert Obrist, den Kandidaten der Grünen, begnügen wird, sondern die Zweiervertretung des linken Parteienspektrums in der Regierung mit einer eigenen Kandidatur zu retten versucht.

Offiziell wird der Entscheid der Geschäftsleitung erst am Freitag gefällt, aber SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener lässt sich inzwischen immerhin entlocken, dass man «bestrebt ist», bei der Nachfolge von Susanne Hochuli «mitzumischen» und mit einer zweiten Kandidatur neben dem amtierenden Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann «zu rechnen» sei.

Der Termin für einen Nominationsparteitag wurde vorsorglich gesetzt: nächsten Mittwoch in Aarau.

Und wer soll auf den Schild gehoben werden? Einen Namen lässt sich Elisabeth Burgener noch nicht entlocken, doch sie macht deutlich, dass «die Priorität ganz klar bei einer Frau» liegt.

Am häufigsten als potenzielle Kandidatin genannt wurde in den letzten Tagen Nationalrätin Yvonne Feri. Sie verfügt über einen grossen Bekanntheitsgrad und Exekutiverfahrung als Gemeinderätin von Wettingen. Allerdings wäre sie mit ihrem betont linken und feministischen Kurs für bürgerliche Wähler wohl das sprichwörtliche rote Tuch.

Als mehrheitsfähigere, valable Alternative könnte die Lenzburger Grossrätin Kathrin Scholl, Grossratspräsidentin 2012, infrage kommen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich das Feld bis zum Wochenende noch um eine weitere Kandidatur erweitert. Die Grünliberalen hatten zwar bereits beschlossen, nicht zu den Regierungswahlen anzutreten.

Nach dem überraschenden Entscheid zum Abgang von Susanne Hochuli ging man aber auch hier noch einmal über die Bücher. Noch hüllt man sich in Schweigen, eine eigene Kandidatur sei aber «eine Option», sagt Grossrätin und Vizepräsidentin Ruth Jo. Scheier. Am Freitagabend wird eine Mitgliederversammlung in Baden darüber entscheiden.

Diese Kandidaten treten bislang zur Wahl um einen Sitz im Regierungsrat an: 

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