Ammerswil ist nicht die einzige Baustelle von Salt im Kanton Aargau. Hängige Baugesuche gibt es in Baden, Boswil, Döttingen, Erlinsbach, Etzgen, Freienwil, Gipf-Oberfrick, Hausen, Mägenwil, Oberrüti, Rothrist, Schlossrued, Stein, Thalheim, Uerkheim, Unterentfelden, Widen, Zeiningen.

Und Salt ist damit in bester Gesellschaft. Swisscom hat «für die Errichtung neuer Mobilkommunikationsanlagen» aktuell 14 Baugesuche eingereicht, 9 Bauvorhaben betreffen die Nachrüstung bestehender Anlagen. Sunrise hat 16 laufende Bewilligungsverfahren, inklusive Umbauten.

Antennen-Total nicht eruierbar

Grundsätzlich, sagt Benjamin Petrzilka, Media and Public Relations Manager bei Salt, sei man «mit einem ungebrochen starken Widerstand» konfrontiert. Man müsse aber auch relativieren: «Dass Bauvorhaben von Anwohnern angefochten werden, ist in der Schweiz Usus. Die Anzahl Einsprachen steht im Verhältnis zur Anzahl Bauvorhaben und hat somit global nicht zugenommen.» Natürlich könne die Wahrnehmung lokal abweichen.

Auch Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher bestätigt, dass Einsprachen an der Tagesordnung sind: «Es kommt schweizweit immer wieder vor, dass Ausbaupläne durch Einsprachen gebremst werden.» Sunrise-Sprecher Roger Schaller sagt, man führe keine Statistik über die Zahl der Einsprachen und deren Verlauf. Er betont: «Die Leidtragenden der häufigen Verzögerungen durch Einsprachen, Gerichtsverfahren sowie durch bau-, raumplanungs- und umweltrechtliche Auflagen sind primär unsere 2,5 Millionen Mobilfunkkundinnen und -kunden.»

Wie viele Handyantennen gibt es im Aargau überhaupt? Diese Frage zu beantworten, ist nicht einfach. Salt teilt als einziger der drei Provider umgehend mit, wie viele Standorte man betreibt: es sind laut Benjamin Petrzilka 165, wobei 67 davon (40 Prozent) gegenwärtig mit den anderen Netzwerkbetreibern geteilt werden.

Swisscom und Sunrise verweisen auf die sogenannte Funksenderkarte des Bundesamts für Kommunikation, die sämtliche Antennenstandorte aufführt. «Wir kommunizieren keine regionalen Antennenzahlen», begründet Sabrina Hubacher von der Swisscom. Landesweit seien es rund 8400 Standorte. Sunrise präzisiert immerhin, dass man einen Drittel mit anderen Providern nutze. Diese Standorte lägen meist ausserhalb der Bauzone. «Die restriktiven Schweizer Grenzwerte lassen eine gemeinsame Nutzung der Anlagen innerhalb des besiedelten Gebiets kaum zu», sagt Roger Schaller.

Ausbau wird vorangetrieben

Stellt sich die Frage: Gibt es im Aargau überhaupt noch Funklöcher? Auch dies lässt sich nicht abschliessend beantworten. Seitens Salt heisst es, verschiedene Regionen seien «nicht oder nur suboptimal mit Mobilfunk abgedeckt». Die Swisscom versorgt laut ihren Angaben 99% der Schweizer Bevölkerung mit 4G, 3G und 2G – «im Kanton Aargau ist das ähnlich». Sunrise erklärt, man habe erwiesenermassen das beste Netz, da man im letztjährigen «connect»-Netztest die höchste je vergebene Punktzahl erreicht habe.

Erstmals überhaupt erhielt ein Anbieter das Prädikat «überragend». Sunrise-Sprecher Schaller sagt, Grund sei das 2012 mit Technologiepartner Huawei lancierte Netzprogramm. Aktuell ist Sunrise dabei, das 4G-Netz bis Ende Jahr auf 92% der Landesfläche auszubauen.