Patrick Jakob ist seit rund 15 Jahren Schlosswart der Neu-Bechburg, wo sich die AZ zusammen mit zwei Aargauer Ghosthunters zur Geisterjagd traf. Er weiss am besten, wer in den alten Mauern sein Unwesen treibt – oder eben nicht. «Als ich hier neu angefangen habe, musste ich mich erst an die Geräusche gewöhnen. Die Burg lebt, nicht wie moderne Häuser», erzählt er.

«Das Holz knarzt, die Steine heben und senken sich, Wasser plätschert aus dem offenen Brunnen im Haupteingang.» Es komme oft vor, dass er bis in die frühen Morgenstunden in der Burg arbeiten müsse. Zum Beispiel, wenn er nach einem Anlass noch aufräumt. Angst habe er aber keine, wenn es draussen dunkel ist und die Geisterstunde beginnt. «Manchmal habe ich ein komisches Gefühl – als würde man einen Rucksack tragen», erzählt er. Am wohlsten fühle er sich in der Küche, da habe früher das Leben stattgefunden. «Es gibt Räume in der Burg, in denen ich nie übernachten würde. In der Küche schon», sagt Jakob.

Grundsätzlich glaube er daran, dass es so etwas wie Geister gibt – denn er habe auch schon «komische» Erfahrungen gemacht: «Einmal blieb ein Mädchen im Schloss wie angewurzelt stehen. Ich habe gefragt, was los sei, aber es antwortete mir nicht. Ich habe überlegt und wollte dann wissen, ob sie jemanden sieht. Das Mädchen hat genickt.» Oder ein Freund sei mit seinem Hund vorbei gekommen, um die Burg zu besichtigen. «Beim Brunnen im Eingang ist das Tier aber sofort umgekehrt, jaulend wieder herrausgerannt und hat vor der Burg auf uns gewartet.»

«Nieder zu den Füss»

Auch für Patrick Jakob hat der Brunnen eine besondere Bedeutung. Einmal habe er im Schloss ein paar Arbeiten nachgehen wollen. Doch als der Schlosswart den Brunnen passierte, sei er, ohne es zu realisieren, hinaus gelaufen und habe angefangen, im Garten zu arbeiten. «Irgendwann merkte ich dann, dass ich dort ja gar nicht arbeiten wollte. Aber ich hatte das Gefühl, im Schloss nicht erwünscht zu sein.» Solchen Zeichen leiste er immer Folge. «Ich respektiere das Schloss und alles, was dazu gehört. Auch das vermeintlich Paranormale», sagt er.

Die Oensinger Burg war schon häufig Anlaufstelle für Geisterjäger und Personen mit medialen Fähigkeiten. Jakob steht ihren Methoden grundsätzlich etwas vorsichtig gegenüber. Doch eine Erfahrung wird er wohl niemals vergessen: «Ein ganzes Kamerateam war zur Stelle und auch damals wurden Tonaufnahmen gemacht», erinnert sich der Schlosswart zurück.

«Beim Abhören des Bandes ertönte plötzlich eine Stimme.» Auf Althochdeutsch habe sie gesagt: «Nieder zu den Füss.» Dann habe eine der Kameras ausgesetzt. «Der Techniker hat alles Mögliche probiert, um das Gerät wieder zum Laufen zu bringen. Aber erst als er sich niederkniete, um von unten die Anschlüsse zu prüfen, hat die Kamera wieder funktioniert.» Da sei ihm kurz etwas anders geworden, schliesst Patrick Jakob seine Erzählung.