Parteienstärke

Die Bürgerlichen und die linke Allianz legen zu, Mitte verliert

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Die SVP verliert leicht, bleibt aber klare Nummer 1. Doch die grösste Überraschung liefert die CVP.

Vor vier Jahren zitterte sich die FDP buchstäblich durch den Wahlsonntag. Erst ganz am Schluss stand fest, dass sie ihren zweiten Nationalratssitz behalten konnte. Dafür versank die CVP, die gleich zwei ihrer drei Sitze verlor, im tiefsten Elend.

Entsprechend dem nationalen Trend würde die FDP – wenn Ende August/Anfang September gewählt worden wäre – laut unserer Demoscope-Umfrage im Aargau zulegen. Und zwar um stattliche 3,4 auf 14,9 Prozentpunkte.

Falls die FDP diesen Wert bis zum 18. Oktober ins Ziel retten kann, wäre dies eine Bestätigung für den Rechtskurs von Präsident Philipp Müller. Und es würde bestätigen, dass die FDP in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Aufwind hat.

Ebenfalls dem nationalen Trend entsprechend muss sich die BDP im Aargau auf schwierige Zeiten einstellen. In der Umfrage – die natürlich nur eine Momentaufnahme und keine Wahlprognose ist – verliert sie fast die Hälfte der Wählerschaft.

Das wäre noch mehr als in der jüngsten nationalen GfS-Umfrage. Natürlich ist gerade bei kleinen Parteien die Messgenauigkeit in Umfragen besonders zu beachten. Doch offensichtlich ist es der BDP noch nicht gelungen, genug eigenständiges Profil zu entwickeln. Viel Zeit dafür bleibt nicht mehr.

SVP-Wachstum gestoppt

GLP und Grüne verlieren ebenfalls dem nationalen Trend entsprechend leicht Wähleranteile. Es fehlt der Fukushima-Effekt, der 2011 stark mobilisiert hat. Die Querelen um Geri Müller und seine Selfie-Affäre aber scheinen den Grünen im Aargau nicht zusätzlich zu schaden. Mit 6,8 Prozent Umfrage-Stimmen halten sie den Schaden in Grenzen.

Im nationalen Trend legt die SVP laut neuster GfS-Umfrage gesamtschweizerisch zu und kommt auf 28 Prozent. Für den Aargau erhebt die Demoscope-Umfrage dagegen einen leichten Verlust.

Die SVP käme neu auf 31,1 Prozent. 3,6 Prozent weniger als bei den letzten Nationalratswahlen. So oder so bleibt die SVP aber mit Abstand die stärkste Partei im Kanton. Erfahrungsgemäss mobilisiert die SVP in den letzten Wahlkampfwochen sehr stark. Erst recht dann, wenn unbefriedigende Umfrageergebnisse vorliegen.

Im nationalen Trend legt auch die SP leicht zu. Im Aargau sogar um 2,5 auf 20,5 Prozent. Da dürfte ein Bruderer-Effekt mitspielen. Ebenso dürfte die aktuelle Sparpaket-Debatte linke Wähler mobilisieren.

CVP schnuppert an zweitem Sitz

Die grösste Überraschung in der Demoscope-Umfrage betrifft die CVP. Zwar gewinnt sie national am meisten Abstimmungen, doch bei Wahlen hat sie immer öfter die Zwei am Rücken.

Das Hin und Her um die letztlich gescheiterte Union mit der BDP schadet ihr zusätzlich. In der GfS-Umfrage verliert sie folglich über ein Prozent. Im Aargau ist es umgekehrt. Da gewinnt die Partei, die sich hier wieder konservativer präsentiert als in früheren Jahren, in der Umfrage sogar 1,6 Prozent und käme derzeit auf 12,2 Prozent. Damit sind die Chancen der CVP sehr real, einen der zwei vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitze zurückzuerobern.

Rechnet man die Demoscope-Umfrageergebnisse auf die Listenverbindungen im Aargau um, so würden SVP, FDP, CVP und EDU insgesamt um 2,8 auf 59,6 Prozent zulegen. Sie wären also noch dominanter als bisher.

Aber auch das linke Lager wächst: SP, die schwächelnden Grünen und die Piratenpartei (Letztere aber mit einem kaum messbaren Umfrageergebnis) würden zusammen um 2,3 auf 28,4 Prozent erstarken. Dies alles ginge zulasten von EVP, BDP und GLP sowie ihrer Listenpartner Ecopop und Sozialliberale Bewegung (SLB). Die EVP scheint sukzessive Anteile zu verlieren.

2003 kam sie noch auf 5,2 Prozent Wähleranteil, 2007 auf 4,3, vor vier Jahren auf 3,2 Prozent, in der Umfrage sind es nochmals weniger. In der Umfrage gab übrigens niemand an, Ecopop wählen zu wollen. GLP, BDP und EVP sacken laut Umfrage gegenüber dem Ergebnis von 2011 um 4,8 auf 10,2 Prozent ab. Sie schielen nach einem dritten Sitz, müssen sich aber mächtig anstrengen, um die bestehenden zwei Sitze ins Trockene zu bringen.

HIER geht es zu den Ergebnissen der az-Umfrage im Ständeratswahlkampf

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