Wahlkampf am Tag der Arbeit

Die Bürgerlichen am 1. Mai: CVP gibt Risotto aus, FDP-Burkhart spricht an Frauentagung

CVP-Risotto am 1. Mai in Schöftland: Oliver Hunziker mit Isabell Landolfo – beide auf der Nationalratsliste – beim Schöpfen. Vom orangen Bus lächelt Ständeratskandidatin Marianne Binder, die später noch vorbeikam.

CVP-Risotto am 1. Mai in Schöftland: Oliver Hunziker mit Isabell Landolfo – beide auf der Nationalratsliste – beim Schöpfen. Vom orangen Bus lächelt Ständeratskandidatin Marianne Binder, die später noch vorbeikam.

Auch bürgerliche Ständeratskandidaten hatten am 1. Mai ihren Auftritt – Marianne Binder (CVP) am grossen Jahrmarkt in Schöftland, Thierry Burkart bei einem Anlass zur Arbeitswelt der Zukunft.

Der grosse Maienzug-Vorabend zieht in Aarau jeweils zwischen 20 000 und 30 000 Besucher an. Bekanntlich hat der Maienzug nichts mit dem Monat Mai zu tun, doch im Aargau gibt es auch eine 1.-Mai-Feier, die am Vorabend stattfand. Schon am 30. April sprachen SP-Ständeratskandidat Cédric Wermuth, Arbeit-Aargau-Geschäftsführerin Viviane Hösli und SP-Nationalratskandidatin Anja Gestmann in Schöftland. Anders als beim Vorabend in Aarau, wo in der Altstadt gefeiert wird, suchten die Genossen für ihren Anlass nicht die grosse Bühne. Sie trafen sich im Waldhaus Moos, wo es Grilladen, Salate, Kaffee und Kuchen gab, und nicht etwa im Ortszentrum.  

Dort stellten tags darauf, am 1. Mai, nicht die Roten, sondern die Orangen ihren Stand auf. Von 8 bis 18 Uhr war die CVP am Jahrmarkt präsent, sie lud die Bevölkerung zum Risotto-Plausch. «Wir sind zum ersten Mal am Markt, sammeln Unterschriften für die Initiative zur Begrenzung der Krankenkassenprämien und wollen mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen», sagt Isabell Landolfo. Die Präsidentin der CVP Bezirk Kulm kandidiert für den Nationalrat, sie freut sich über den zentralen Standplatz, das gute Wetter und das Interesse der Marktbesucher.

«Nicht so gut im Demonstrieren»

Dass der Markt am 1. Mai stattfindet und die CVP am Tag der Arbeit präsent ist, den linke Politiker gerne zur Profilierung nutzen, sei Zufall, sagt sie. «Wir sind halt nicht so gut im Demonstrieren und Steinewerfen», bemerkt Peter Lanz, der Risotto schöpft. 250 Portionen hat die CVP für den Auftritt am Markt vorbereitet, über Mittag gehen viele davon weg. Verglichen mit den Ständen, wo Chnoblibrot, Bratwürste, Fackelspiesse oder Hamburger angeboten werden, ist der Andrang bei der CVP allerdings deutlich geringer.

Das tut der Zuversicht der Kandidierenden keinen Abbruch. Oliver Hunziker sagt, er sei nicht unbedingt der Typ für Standaktionen, «aber für die Prämieninitiative unterschreiben viele, das Thema beschäftigt die Menschen sehr». Ob diese im Herbst auch CVP wählen? Christina Bachmann ist optimistisch: «Bei einer Schulung mit Parteipräsident Gerhard Pfister haben wir für alle Kandidierenden ein Stimmenziel festgelegt. Wenn wir das schaffen, holen wir den zweiten Sitz im Nationalrat.» Marion Pfister ergänzt: «Und in den Ständerat kommen wir mit Marianne Binder, sie ist präsent und eine Super-Kandidatin.» Das Foto der Präsidentin prangt gross auf dem orangen Bus, mit dem die CVP für die Risotto-Anlässe durch den Kanton tourt. Binder selber kommt am Nachmittag für ein Interview nach Schöftland.

Burkart spricht zu Arbeitsrecht

Auch der freisinnige Ständeratskandidat Thierry Burkart hat am 1. Mai seinen Auftritt: Er spricht an der Tagung der FDP-Frauen Aargau. Im Januar 2018 hatte Burkart mit der Forderung nach mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit im Home Office die Gewerkschaften gegen sich aufgebracht. Diese machten sich gestern Mittwochabend auf dem Holzmarkt in Aarau für ihre Forderungen stark, während Burkart bei der Neuen Aargauer Bank, ein paar hundert Meter weiter, ein 15-minütiges Referat zu «Arbeitsrecht und Arbeitswelt 4.0» hielt. «Wir haben den 1. Mai als Termin bewusst gewählt, um uns konstruktiv mit den modernen Formen der Arbeit zu befassen», sagt Sabina Freiermuth. Die FDP-Fraktionschefin hat das Thema mit einem Vorstoss im Grossen Rat auf kantonaler Ebene aufgenommen.

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