Kölliken

Die Brunnen sind abgestellt – Gemeinderat ruft die Bewohner zum Wassersparen auf

Die dunkelrote Kurve zeigt den Verlauf des Grundwasserpegels der letzten Monate, wie er beim Kölliker Pumpwerk Hard gemessen wurde.

Die dunkelrote Kurve zeigt den Verlauf des Grundwasserpegels der letzten Monate, wie er beim Kölliker Pumpwerk Hard gemessen wurde.

Die dunkelrote Kurve zeigt den Verlauf des Grundwasserpegels der letzten Monate, wie er beim Kölliker Pumpwerk Hard gemessen wurde. Ähnlich wie in Kölliken dürften auch die Pegelstände der Region aussehen. Nach einem minimen Anstieg im Frühling ist der Pegel inzwischen bereits wieder so tief wie im Dezember 2018 (orange Kurve).

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Der aktuelle Grundwasserpegel von gut 414 Meter über Meer ist der tiefste ausgewiesene Wert der fünf Jahreskurven rechts. Fällt der Pegel unter 411 Meter über Meer, spricht man von einem kritischen Pegel. Den deutlichsten Vergleich bietet das trockene Jahr 2003 (grüne Kurve), dessen extrem heisser Sommer vielen noch in Erinnerung sein dürfte. Selbst in jenem Jahr lag der Pegel nie so tief wie Ende 2018.

Zwei Meter unter Vorjahreswert

Der Gemeinderat Kölliken ruft die Bewohner deshalb zum Wassersparen auf. «Der Grundwasserpegel 2019 liegt aktuell rund zwei Meter unter dem Wert des Vorjahres und somit sehr tief», schreibt er in einer Mitteilung. Der Gemeinderat bittet die Bevölkerung, dem Wasser Sorge zu tragen und unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden. Bereits hat die Gemeinde die öffentlichen Brunnen abgestellt. «Die Situation des Grundwassers beobachten wir laufend und beraten uns dann innerhalb des Gemeinderats», sagt Gemeinderat Mario Schegner (parteilos) auf Anfrage. Ziel ist es, dass sich der Grundwasserpegel in den nächsten Monaten und Jahren wieder erholt und ein durchschnittliches Niveau erreicht.

So trocken wie jetzt sei es in den letzten 20 Jahren nie gewesen, sagt der zuständige Brunnenmeister Andreas Häfeli. «Das Aussergewöhnliche im letzten Jahr war, dass es nicht nur im Sommer trocken war, sondern auch im Herbst und im Frühling 2019.» Damit sich das Grundwasser erneuere, brauche es aber regelmässig Regen. «Ist der Boden sehr trocken, so helfen kurze Regenfälle nicht, auch wenn sie sehr heftig sind», so Häfeli. Denn dann könne das Regenwasser nicht in die Tiefe sickern, sondern fliesse oberirdisch ab. Diesen Frühling habe es zwar stärker geregnet als in den Monaten zuvor, «aber in dieser Jahreszeit wird viel Wasser von der Pflanzenwelt absorbiert», sagt der Brunnenmeister. Wie aber kann effizient Wasser gespart werden? Laut Andreas Häfeli soll man vor allem auf den Verbrauch grosser Wassermengen verzichten. So etwa beim Bewässern des Rasens oder Waschen des Autos.

Verschärft ist die Situation derzeit in Hirschthal, wo wegen der Sanierung der ehemaligen Deponie Chropfboden eine der gemeindeeigenen Quellen nicht genutzt werden kann. Der Hirschthaler Gemeinderat hat bereits darauf hingewiesen, dass notfalls die Gartenbewässerung oder das Waschen von Autos auch verboten werden kann, dass er aber möglichst nicht zu dieser Massnahme greifen möchte.

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