Die BDP kann das Urteil des Aargauer Obergerichts nicht nachvollziehen. Dieses hat am Donnerstag die vom Bezirksgericht Kulm verhängte stationäre Massnahme gegen den notorischen Straftäter Carlos in eine ambulante Therapie abgeschwächt. Und dies, obwohl vom Straftäter laut psychiatrischem Gutachten eine hohe Rückfallgefahr ausgehe und er keine Aussichten auf Therapierbarkeit habe, da eine schwere psychische Störung vorliege. Nun kommt er im Frühjahr frei. Und dann?

Die BDP forderte am Freitag den Aargauer Regierungsrat auf, darzulegen, wie dieser die Bevölkerung vor Carlos schützen will. Sie wird dazu eine Interpellation im grossen Rat einreichen.

Auch die Aussage von Oberrichter Ruedi Bürgi, dass ihm «dieses Urteil schwerfalle, da auf Grund Carlos' Hang zur Selbstjustiz eine gewisse Gefährdung für die Gesellschaft bleibe», sei für die BDP stossend gewesen. "Das darf nicht akzeptiert werden", so BDP-Präsident Roland Basler. Die Partei könne nicht akzeptieren, dass das Obergericht «eine Gefährdung von Leib und Leben von Aargauerinnen und Aargauern in Kauf nimmt».

Unbelehrbarer Carlos

Unbelehrbarer Carlos

30 Jahre lang hat Carlos M. geklaut, betrogen und geprügelt. Heute stand der kriminelle Mann vor Gericht.

Die Sündenliste des Ganoven Carlos ist lang: Bereits 60 Straftaten hat er begangen. In Thailand soll er einen Polizisten mit einem Messer attackiert haben. In der Schweiz zählen unter anderem Versuchte Tötung, schwere Körperverletzung, Raub und Erpressung zu seiner langen Delikte-Liste. 13 Mal wurde er verurteilt.

Das Urteil führte nicht nur bei der BDP zu Kopfschütteln: Vor laufender Kamera antwortete er auf die Frage, ob er wieder rückfällig werden würde: «Ich heisse nicht Mike Shiva, ich kenne die Zukunft nicht. Aber ich gebe mir alle Mühe.»