Schnürlischrift

Die Basisschrift erobert die Schulzimmer - aber noch nicht alle

Dank der Basisschrift schreiben Schulkinder schneller, besser und lieber.

Dank der Basisschrift schreiben Schulkinder schneller, besser und lieber.

Die Grossrätin Marlis Spörri (SVP) stellt Fragen zum allmählichen Verschwinden der 67-jährigen, ehemals offiziellen Schulschrift. Die Schüler schätzen die Basisschrift, sie wird aber nicht überall gleich eingesetzt. Marlis Spörri möchte wissen, ob im Lehrplan verbindliche Angaben zur Schrift verankert werden sollen.

Die Basisschrift ist eine klare, schnörkellose Schulschrift, die es erlaubt, effizient und zügig zu schreiben. Anders als bei der klassischen Schweizer Schulschrift, auch als «Schnürlischrift» bekannt, muss man die Buchstaben neu nicht mehr verbinden.

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz hat am 31. Oktober 2014 den Deutschschweizer Kantonen eine koordinierte Umstellung auf die teilverbundene Basisschrift empfohlen. Die Umstellung soll auf jene Form der Basisschrift erfolgen, die im Kanton Luzern seit einigen Jahren erfolgreich unterrichtet wird.

Im Kanton Aargau lernen bereits viele Kinder nach dem System der Basisschrift schreiben. Bisher gibt es aber keine Vorgaben, dass Lehrpersonen nur noch die Basisschrift verwenden dürfen, die Schnürlischrift entwickelt sich aber nach einer Laufzeit von immerhin 67 Jahren nach und nach zum Auslaufmodell. So wird an der Pädagogischen Hochschule der FHNW in der Ausbildung die Basisschrift gelehrt und es gibt Weiterbildungsangebote zur Basisschrift.

Grossrätin Marlise Spörri (SVP) aus Wohlen ist dieses Nebeneinander der alten und der neuen Schulschrift aufgefallen. Sie hat zudem festgestellt, dass es nur wenige Kantone gibt, die kein einheitliches Schriftsystem in der Schule haben. Das hat sie dazu veranlasst, eine Interpellation einzureichen. Sie möchte Klarheit darüber, wie künftig in den aargauischen Schulzimmern geschrieben wird.

Gute Noten für Basisschrift

Marlise Spörri möchte wissen, ob der Regierungsrat den Schulen Vorgaben hinsichtlich des Schriftsystems machen werde. Und ob sich der Regierungsrat für die Schnürli- oder die Basisschrift entscheiden werde.

Marlise Spörri fürchtet, dass die schleichende Einführung der Basisschrift dazu führt, das eine Rückkehr zur Schnürlischrift gar nicht mehr möglich ist. Deshalb fragt sie, ob es nicht sinnvoll und an der Zeit wäre, eine kantonal einheitliche Vorgabe zu machen. Zudem weist Spörri darauf hin, dass ihrer Meinung nach Lehrmittel und anderes Unterrichtsmaterial zum Thema Basisschrift nur spärlich vorhanden seien.

Grossrätin Spörri möchte weiter wissen, ob allenfalls auch im Lehrplan verbindliche Angaben zur Schrift verankert werden sollen. Schliesslich erkundigt sich Marlise Spörri, ob die Abschaffung der Schnürlischrift zu einer Herabsetzung der Anforderungen in feinmotorischer und pädagogischer Sicht bedeuten würde.

2010 ergab eine Studie der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, dass Schüler, die mit der Basisschrift schreiben gelernt hatten, in derselben Zeit mehr Text schreiben konnten, als jene, die die Schulschrift gelernt hatten. Zudem war das Schriftbild leserlicher und die Schüler stimmen der Aussage «Ich schreibe gerne» häufiger zu.»

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