Aufgeschreckt wurde die AKB zuletzt durch das Verfahren gegen die Bank Wegelin. Die AKB habe zwar nichts zu befürchten, sagt Dellenbach im Video-Interview mit az. «Wir haben keine Kunden von der UBS übernommen», so Dellenbach. Alle US-Kunden mit Depot mussten zudem seit 2009 ein offizielles US-Steuerformular unterschreiben. Wenn dies nicht unterschrieben wurde, beendete die AKB die Geschäftsbeziehung.

Davon betroffen sind gut 300 Kunden. Sie haben bei der AKB alles in allem 41 Millionen Franken deponiert, was knapp zwei Promille der verwalteten Vermögen entspricht. Man wede den Kunden genügend Zeit geben, sich eine neue Bank zu suchen.

Abschied von US-Kunden wird zur Norm

Dellenbach geht davon aus, dass das Beispiel der AKB in der Schweiz Schule machen wird. «Es weden das alle Banken machen, die nicht SEC-würdig sind, also kein US-Recht anweden», prognostiziert er. Laut Dellenbach werden wohl nur die UBS, Credit Suisse und allenfalls Vontobel US-Recht anwenden können. Alle anderen Schweizer Banken werden sich folglich früher oder später von ihrer amerikanischen Klientel trennen.

Bald schon 20000 Bankangestellte ohne Job?

Dellenbach sieht sowieso harte Zeiten auf den Finanzplatz Schweiz zukommen. Der AKB-Chef rechnet damit, dass bis zu 1500 Milliarden Franken von den 2500 Milliarden Vermögen, die heute auf Schweizer Konti liegen, abwandern könnten. Das käme einem Kahlschlag gleich, würden doch damit mehr als 10000 Banker und nochmals so viele Back-Office-Angestellte arbeitslos. Ein solches Szenario hätte wohl verheerende Auswirkungen aufs Schweizer Steuervolumen.

Die AKB selbst hat von solchen Szenarien allerdings wenig zu befürchten. Der Anteil der ausländischen Vermögen bei der Aargauer Staatsbank beträgt gerade mal 3 Prozent.