Beteiligung

Die AEW prüft eine Kauf-Offerte zum Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt

Gehören der AEW Energie AG bald Anteile des binationalen Rheinkraftwerks Ryburg-Schwörstadt? Walter Christen

Gehören der AEW Energie AG bald Anteile des binationalen Rheinkraftwerks Ryburg-Schwörstadt? Walter Christen

Der Kanton will selber keine Kraftwerke übernehmen. Die AEW Energie AG, die ihm gehört, prüft dagegen eine Offerte zum Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt.

Sie begrüsse es grundsätzlich, schreibt die Regierung in der Antwort auf ein dringliches Postulat von SP und SVP, «wenn die Stromerzeugung – insbesondere aus Wasserkraft – in Schweizer Händen bleibt». Es sei aber nicht ihre Aufgabe, dass die ausserkantonale Wasserkraft in Schweizer Händen bleibt. Sie beabsichtige nicht, sich an zusätzlichen Wasserkraftwerken direkt zu beteiligen.

Die Antwort erfolgt auf einen am 22. November von 104 Grossrätinnen und Grossräten dringlich erklärten Vorstoss von SP und SVP. Darin fordern diese, die Regierung solle sich vehement dafür einsetzen, dass schweizerische Wasserkraftwerke auch langfristig in Schweizer Hand bleiben.

Sie soll ihren Einfluss als Aktionärin im Speziellen bei Axpo oder AEW Energie AG geltend machen. Und sie soll prüfen, «ob sich der Kanton bei den zum Verkauf stehenden Wasserkraftwerken auf Aargauer Boden über seine Tochterfirma AEW Energie AG oder direkt eine Mehrheitsbeteiligung sichern kann und welche Voraussetzungen dazu notwendig wären». Dies fordert das vom Grossen Rat am 22. November als dringlich erklärte Postulat der Fraktionen von SP und SVP.

Hintergrund ist die Absicht von Grosskonzernen wie Alpiq und Axpo, Wasserkraftwerke zu verkaufen, um sich finanziell etwas Luft zu verschaffen. Das erfüllt Politiker mit Sorge. Was, so fragen sich manche, wenn für die Stromversorgung wichtige Werke plötzlich irgendwem irgendwo in der Welt gehören?

AEW prüft Offerte

Nun besteht eine Möglichkeit, dass Anteile des je hälftig in deutschem und schweizerischem Besitz befindlichen Rheinkraftwerks Ryburg-Schwörstadt den Besitzer wechseln. Die AEW Energie AG prüft nämlich laut Regierungsangaben gegenwärtig eine Offerte von Alpiq aufgrund eines Vorkaufsrechts des Kantons beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt. Eine Übernahme komme für die AEW Energie AG allerdings nur infrage, falls der Preis marktkonform ist, so die Regierung. Der Alpiq-Anteil an Ryburg-Schwörstadt beträgt
13,5 Prozent.

Sollte dieser Handel zustande kommen, befänden sich nachher bis 36,5 Prozent des Kraftwerks in Aargauer Hand. Denn der Aargau hält daran eine direkte Beteiligung von 23 Prozent. Das kam so: Der Kanton liess sich diese Aktien von der Axpo vor Jahren übertragen, da bei der Neukonzessionierung keine befriedigende finanzielle Entschädigung gefunden werden konnte. Jetzt wartet die Regierung auf bessere Zeiten, um die Aktien dereinst wieder abzustossen. Der Ertrag käme der Schuldentilgung zugut.

Eines macht die Regierung deutlich: Sie hält an der Wasserkraft fest. Sie schreibt: «Weil die Wasserkraft für die Versorgungssicherheit einen wichtigen Beitrag leistet, würde der Regierungsrat einen Zukauf durch die AEW Energie AG begrüssen, sofern sich dies wirtschaftlich rechtfertigt.»

Eine direkte Beteiligung durch den Kanton sei nicht vorgesehen. Denn dies wäre mit grossen Investitionen verbunden, «welche die Möglichkeiten für andere wichtige und geplante Investitionen des Kantons einschränken würden».

Der Vorstoss ist in der heutigen letzten Grossratssitzung der Legislatur traktandiert – nebst den Krankenkassenprämienverbilligungen und der neuen Mobilitätsstrategie. Am Nachmittag werden im Rat Roland Brogli und Susanne Hochuli verabschiedet, Markus Dieth und Franziska Roth als neue Regierungsräte in Pflicht genommen.

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