Kürzung

Die Aargauische Pensionskasse senkt die jährliche Rente – das sorgt für heftige Kritik

Auf gar keinen Anklang stösst die Senkung beim Aargauer Staatspersonalverband. (Symbolbild)

Auf gar keinen Anklang stösst die Senkung beim Aargauer Staatspersonalverband. (Symbolbild)

Die Aargauische Pensionskasse senkt ihren Umwandlungssatz. Das Aargauer Staatspersonal kritisiert den Schritt als «völlig überhastet und unbegründet» und behält sich weitere Schritte vor.

Die Menschen in der Schweiz werden immer älter. Das in die Pensionskasse einbezahlte Geld muss für längere Zeit reichen. Deshalb senken Pensionskassen ihren Umwandlungssatz. Also den Anteil des angesparten Guthabens, den sie jährlich ausbezahlen. Zum wiederholten Male senkt nun auch die Aargauische Pensionskasse (APK) ihren Umwandlungssatz. Und zwar per 2022, von 5,3 auf 5 Prozent.

Wer 100'000 Franken Alterskapital in der Aargauischen Pensionskasse hat, erhält damit noch 5000 Franken jährlich und nicht mehr 5300 Franken. 2007 betrug der Umwandlungssatz noch 7,2 Prozent. Die APK senkt nicht nur den Umwandlungssatz, sie ändert auch das Modell, mit dem er berechnet wird. Neu wird die APK auch die steigende Lebenserwartung berücksichtigen. Damit sollen die tatsächlichen Verhältnisse besser abgebildet werden, argumentiert sie. Mit diesem Wechsel ist die APK nicht allein: Immer mehr Pensionskassen schweizweit nutzen dieses Berechnungsmodell.

Senkung um 0,3 Prozent ist «moderat»

Die APK federt die Senkung der jährlichen Renten mit zwei Gegenmassnahmen ab: Zum einen senkt sie den Umwandlungssatz nicht auf einen Schlag, sondern laufend über die Jahre 2022 und 2023. Spätestens wer am 1. Januar 2024 in Rente geht, erhält nur noch fünf Prozent. Und zum anderen erhöht sie das Sparguthaben der Versicherten per Ende 2021 um 1,25 Prozent. «Der Vorstand ist überzeugt, dass die beschlossenen Massnahmen ein wichtiger Schritt sind, um die finanzielle Stabilität der APK weiterhin zu gewährleisten», so die APK.

Die Regierung nimmt diesen Schritt zur Kenntnis. Man sei sich bewusst, dass die APK, wie auch andere Pensionskassen, mit Herausforderungen zu kämpfen habe. Vor diesem Hintergrund und im Vergleich mit anderen Pensionskassen sei die Senkung um 0,3 Prozent «moderat». Künftig werde die Regierung aber noch genauer hinschauen müssen, so Landammann Markus Dieth: «Der Regierungsrat wird sich mit der Zukunftsfähigkeit unserer Kasse befassen und wird eine grundsätzliche Beurteilung vornehmen.» Das Ziel: Der Aargau als Arbeitgeber solle im Bereich der Altersvorsorge auch künftig mit andern Arbeitgebern mithalten können.

Schwarzmalen ist fehl am Platz

Auf gar keinen Anklang stösst die Senkung beim Aargauer Staatspersonalverband. Dass die APK den Umwandlungssatz schon wieder senken würde, zum vierten Mal seit 2008, sei «völlig überhastet und unbegründet». Die APK habe 2019 mit einem Super-Ergebnis abgeschlossen, die Prognosen seien, trotz Corona, nicht katastrophal.

Schwarzmalen sei fehl am Platz: «Es hat schlicht keinen Grund für eine erneute Senkung des Umwandlungssatzes gegeben.» Insbesondere stört den Verband, dass die Pensionskasse erneut auf Kosten der Arbeitnehmer sparen würde: «Erschwerend kommt hinzu, dass dies einmal mehr ohne finanzielle Beteiligung der Arbeitgeberschaft geschehen ist. Das ist ein einseitiger Entscheid gewesen und wird unsererseits nicht goutiert.» Fast schon drohend schliesst der Verband: Man werde die Sache analysieren und sich weitere Schritte vorbehalten.

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