Kommentar
Die Aargauische Kantonalbank – ein Spielball der Politik

Wie provinziell die aargauische Politik sein kann, beweist sie gerade im Umgang mit der AKB. Da besitzt der Kanton eine Bank, auf die man stolz sein kann: Sie liefert jedes Jahr mehr Geld in die Staatskasse ab, 2013 waren es 88,7 Millionen.

Christian Dorer
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Der Regierungsrat will, dass die AKB in den nächsten zwanzig Jahren eine halbe Milliarde Franken zusätzlich abliefert.

Der Regierungsrat will, dass die AKB in den nächsten zwanzig Jahren eine halbe Milliarde Franken zusätzlich abliefert.

Emanuel Freudiger

Unter der umsichtigen Führung von CEO Rudolf Dellenbach hat die Bank die Finanzkrise schadlos überstanden, sie hat sich weder verspekuliert noch leichtsinnigerweise US-Kunden angeworben.

Und was tun unsere Politiker von links bis rechts? Erstens beschränken sie den Lohn des CEO: Er darf nicht mehr als das Doppelte eines Regierungsrats verdienen, also 600 000 Franken statt knapp eine Million. Wie wenn das eine Rolle spielen würde: Ein einziger Fehler des CEO käme viel teurer zu stehen. «Es melden sich nicht sehr viele qualifizierte Kandidaten», sagt Bankratspräsident Dieter Egloff zur Suche nach dem Dellenbach-Nachfolger. «Das Honorar hat die Zahl der Kandidaten eingeengt.»

Zweitens verlangt der Grosse Rat, dass die AKB wichtige Akquisitionen vorgängig bewilligen lässt. Realitätsfremder geht es nicht: Werden Gespräche um eine Übernahme publik, ist sie gescheitert. Klugerweise schlägt der Regierungsrat nun vor, dass er selbst und nicht der Grosse Rat entscheiden soll – dann bleibt die Sache eher vertraulich.

Drittens will der Regierungsrat, dass die AKB in den nächsten zwanzig Jahren eine halbe Milliarde Franken zusätzlich abliefert. Schön – nur: Ein Unternehmen kann auch mal Verluste schreiben. Wer weiss, was in zehn oder zwanzig Jahren ist?

Bürgerliche Politiker möchten die AKB aus ideologischen Gründen privatisieren, wissen aber, dass das im Volk keine Mehrheit findet. Mithilfe der Linken geben sie sich nun Mühe, zu beweisen, dass der Staat kein guter Unternehmer ist.

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