Schulreform
Die Aargauer werden über den Lehrplan 21 abstimmen

Über die Einführung des ersten gemeinsamen Volksschule-Lehrplans wird im Kanton Aargau definitiv das Stimmvolk entscheiden. Die Initiative «Ja zu einer guten Bildung – Nein zum Lehrplan 21» wird am 2. Juni eingereicht.

Hans Fahrländer und Rolf Cavalli
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Über die Einführung des ersten gemeinsamen Volksschule-Lehrplans wird im Kanton Aargau definitiv das Stimmvolk entscheiden. (Symbolbild)

Über die Einführung des ersten gemeinsamen Volksschule-Lehrplans wird im Kanton Aargau definitiv das Stimmvolk entscheiden. (Symbolbild)

Keystone

Dies bestätigen die Mitinitianten Elfy Roca und Harald Ronge gegenüber der az. Die Volksinitiative wurde letzten August lanciert, zustande gekommen sind die 3000 nötigen Unterschriften gemäss eigenen Angaben bereits Anfang 2015.

Die Aargauer Regierung hat beschlossen, den Lehrplan 21 frühestens auf das Schuljahr 2020/21 einzuführen. Das dauert noch mindestens fünf Jahre. «Wann der Lehrplan eingeführt werden soll, ist für uns unerheblich», betont Gegner Ronge. «Wir halten die Entwicklungen, die das Dokument auslösen wird, für gefährlich.» Der Lehrplan 21 sei nicht einfach eine Fortschreibung bisheriger Lehrpläne, so der Initiant. Er sei etwas ganz Neues und zementiere Entwicklungen, die schon längst im Gang sind, in der Lehrerbildung, im Unterricht, bei den Lehrmitteln. Ronge: «Diese Entwicklungen müssen gestoppt werden.»

Deutschschweizer Widerstand

Ursprünglich war der Lehrplan 21 (die Zahl steht für die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone) vorab ein Projekt zur Harmonisierung der Schulziele. Doch mittlerweile entzündet sich anhand des 470-seitigen Papiers ein Grundsatzstreit über Methodik. Der neue Lehrplan rückt die Kompetenzen in den Mittelpunkt, die ein Schüler erlernen soll. Gegner erachten dies für diametral falsch. Sie wollen einen konkreten Fächerplan als Lerngerüst und diesen mittels der Volksinitiative im Schulgesetz festschreiben.

Der Aargau ist nicht allein. In der Hälfte aller Deutschschweizer Kantone haben sich Gegner formiert. Auch in Schwyz entscheidet das Volk über das Bildungsprojekt. In Zürich und Graubünden sind ebenfalls entsprechende Initiativen unterwegs. In Solothurn sammelt ein Komitee Unterschriften gegen den Lehrplan und in Baselland sowie St. Gallen soll die Reform ebenso via Urne verhindert werden.

Hier gehts zum Kommentar über die Abstimmung zum Lehrplan 21.

Hier gehts zum Interview mit den Gegner des Lehrplanes 21.

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