Die erfreuliche Nachricht vorweg: «Bis auf einige wenige kleine Pensen konnten alle 8800 Stellen besetzt werden», erklärte Christian Aeberli, Leiter Abteilung Volksschule, an einer Medienkonferenz zum Schulbeginn. Die Tendenz zur «Verweiblichung» der Volksschule setze sich fort. 80 Prozent der Lehrpersonen sind Frauen. Wobei die Männer in der Regel grössere Pensen unterrichten. Insgesamt gibt es an der Volksschule 5550 Vollzeiteinheiten. Auch bei den Schulleitungen sind die Frauen in der Mehrheit. 255 Schulleiterinnen stehen 194 Schulleitern gegenüber.

Die Zahl der Aargauer Schülerinnen und Schüler an der Volksschule insgesamt ist seit dem Schuljahr 2014/15 von 71'900 auf 75'600 Schulkinder angestiegen. Dieses Wachstum zeigt sich besonders im Kindergarten und an der Primarschule.

Neue Aufgabensammlung

Neu steht den Schulen mit «Mindsteps» (die AZ berichtete) eine umfangreiche Aufgabensammlung für die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik ab der 3. Primarklasse zur Verfügung. Das digitale Portal wurde Ende 2017 für rund 100'000 Schülerinnen und Schüler des Bildungsraums Nordwestschweiz freigegeben. Sie können in der Schule oder auch zu Hause selbstständig online Aufgaben abrufen und lösen und so ihre Lernfortschritte überprüfen. Der Schwierigkeitsgrad passt sich automatisch an die Leistungsfähigkeit der Schülerin oder des Schülers an.

Startschuss für das Lernprogramm Mindsteps

Startschuss für das Lernprogramm Mindsteps (Video vom 18. Juni 2018)

Für die Schulen Nordwestschweiz gibt es ein neues an den Lehrplan 21 angepasstes digitales Lernprogramm

Weiterhin werden im Aargau vier Checks für Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Neu ist, dass auf Wunsch der Lehrpersonen ein Leistungstest auf den Frühling der 5. Klasse verlegt wird. Damit stehen die Ergebnisse des zweiten Checks der Primarschule zu Beginn der 6. Klasse zur Verfügung und ermöglichen der Lehrperson eine bessere Förderung der Schüler im Hinblick auf den Stufenwechsel.

Anschlusslösungen: hohe Quote

Im Sommer 2018 haben rund 83 Prozent der Volksschulabgänger den direkten Übertritt in eine qualifizierende nachobligatorische Ausbildung auf der Sekundarstufe II geschafft. 2008 lag dieser Anteil noch bei 77 Prozent. Lediglich 1,7 Prozent verliessen die Volksschule ohne jede schulische Anschlusslösung.

Die externe Schulevaluation prüfte 37 Schulen. Bei 25 konnten alle Ampeln auf Grün gestellt werden, 11 Schulen erhielten eine oder mehrere gelbe Ampeln, eine Schule sah gar rot. Es sei bedenklich, dass rund ein Drittel der geprüften Schulen die Grundanforderungen an die Schulqualität nicht erfüllten, kritisierte Aeberli.

Aufgrund von finanziellen Kürzungen können im neuen Schuljahr nur noch 25 und nicht mehr 37 Schulen überprüft werden. Das sei aus Sicht des Bildungsdepartements zu wenig, sagte Aeberli.

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