Premiere
Die Aargauer Schlösser machen es vor – die restliche Schweiz zieht nach

19 Schweizer Schlösser laden am 2. Oktober zum ersten gemeinsamen Schlössertag. Im Aargau war wurde das Modell bereits vor neune Jahren organisiert - und schlug ein wie eine Bombe.

Jörg Meier
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Der schweizerische Schlössertag, der am nächsten Sonntag seine Premiere feiert, hat seinen Ursprung im Aargau. Hier figurieren die vier Schlösser Habsburg, Lenzburg, Hallwyl und Wildegg seit 2007 unter der Dachmarke «Museum Aargau».

Und dies mit grossem Erfolg. «Jährlich besuchen rund eine Viertelmillion Besucherinnen und Besucher unsere Schlösser», sagt Thomas Pauli-Gabi, Leiter Kultur beim Kanton. Das Schloss Lenzburg konnte die Besucherzahlen innert weniger Jahre gleich verdoppeln: Besuchten vor der Einführung der Dachmarke «Museum Aargau» jährlich rund 40 000 Personen das Schloss, sind es heute gut 80 000 pro Jahr.

Was im Aargau gut funktioniert, müsste doch auch für die andern Schlösser in der Schweiz eine Chance sein, sagten sich die Verantwortlichen im Museum Aargau. Unter der Leitung des damaligen aargauischen Kulturchefs Hansueli Glarner, versuchte man, die grossen Schweizer Schlösser an Bord zu holen und eine Interessengemeinschaft zu gründen, um gemeinsam am Markt aufzutreten und das Ausflugsziel «Schloss» kulturtouristisch noch besser zu positionieren.

Geschäftstelle auf Schloss Wildegg

Glarners Nachfolger im Aargau, der heutige Kulturchef Thomas Pauli-Gabi, konkretisierte mit dem Team des Museum Aargau die Idee; der Aargau wurde zur treibenden Kraft bei der Gründung des Verbunds schweizerischer Schlösser. Mit einer Anschubfinanzierung durch den Swisslos-Fonds des Kantons Aargau wurde 2014 mit anfänglich zwölf Schlössern der Verein «Die Schweizer Schlösser» aus allen Sprachregionen der Schweiz gegründet.

Heute gehören bereits 19 Schlösser und Burgen aus alle Landesteilen der Vereinigung an. Neben der gemeinsamen Positionierung der Schweizer Schlösser und Burgen als Ausflugsziele arbeitet man auch an einem systematischen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Wie sehr das Netzwerk der Schweizer Schlösser mit dem Aargau verbunden ist, zeigt sich auch daran, dass die Geschäftsstelle des Vereins sich auf Schloss Wildegg befindet.

Bereits hat man eine Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus aufgegleist und eine Broschüre mit Wanderungen zu den Schweizer Schlössern ist auch erschienen. «Solche Kooperationen gab es bisher nicht, weil die Schlösser bisher schlicht keine gemeinsame Anlaufstelle hatten», erklärt Pauli-Gabi. Er ist zuversichtlich, dass der Verein weiter wächst, auch was den Aargau betrifft: Pauli-Gabi kann sich gut vorstellen, dass das Schloss Wildenstein schon bald das fünfte aargauischen Schloss im Bunde sein wird.

Schloss besucht Schloss

Mit dem Schlössertag, der gleichzeitig in allen 19 Schlössern stattfindet, tritt der Verbund erstmals an die grosse Öffentlichkeit. Gezeigt wird, dass zwischen den Burgen und Schlössern, auch wenn sie oft hunderte von Kilometern auseinanderliegen, doch viele Verbindungen bestehen.

So sind Schloss Chillon und Schloss Hallwyl Wasserschlösser, die sich einst auf die selbe Art gegen ihre Feinde verteidigten. Deshalb lag es nahe, dass die beiden Schlösser am Schlössertag gemeinsam auftreten: Das Schloss Chillon ist zu Besuch auf Schloss Hallwyl.

Schloss Wildegg hingegen widmet sich gemeinsam mit seinem Partnerschloss Prangins den Gärten. Die Gärtnerin des Château de Prangins von 1780 ist zu Besuch und streift durch den Nutz- und Lustgarten des Aargauer Schlosses. Dabei erzählt sie von den Vorzügen ihres eigene Schlossgartens und gibt den Besucherinnen und Besuchern Einblick in die Gärten von Schloss Prangins.

Besuch aus dem Tessin und der Romandie erhält Schloss Lenzburg. Die Landvögte aus Bellinzona und Grandson machen ihre Aufwartung und lassen sich beim Regieren über die Schulterschauen.

Auf der Habsburg erscheint Hofnarr Chalamala aus Schloss Gruyères höchstpersönlich und erzählt Geschichten aus düsteren Zeiten.

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