Premiere

Die Aargauer Schlösser machen es vor – die restliche Schweiz zieht nach

19 Schweizer Schlösser laden am 2. Oktober zum ersten gemeinsamen Schlössertag. Im Aargau war wurde das Modell bereits vor neune Jahren organisiert - und schlug ein wie eine Bombe.

Der schweizerische Schlössertag, der am nächsten Sonntag seine Premiere feiert, hat seinen Ursprung im Aargau. Hier figurieren die vier Schlösser Habsburg, Lenzburg, Hallwyl und Wildegg seit 2007 unter der Dachmarke «Museum Aargau».

Und dies mit grossem Erfolg. «Jährlich besuchen rund eine Viertelmillion Besucherinnen und Besucher unsere Schlösser», sagt Thomas Pauli-Gabi, Leiter Kultur beim Kanton. Das Schloss Lenzburg konnte die Besucherzahlen innert weniger Jahre gleich verdoppeln: Besuchten vor der Einführung der Dachmarke «Museum Aargau» jährlich rund 40 000 Personen das Schloss, sind es heute gut 80 000 pro Jahr.

Wie gut kennen Sie die Schweizer Schlösser?

17 Schweizer Schlösser aus neun verschiedenen Kantonen haben sich zum Verein «Die Schweizer Schlösser» zusammengeschlossen. Darunter sind auch vier Aargauer und ein Solothurner. Erkennen Sie diese?

Was steht mitten im Wald mit weitem Panorama?

Welches Schloss thront auf der Felseninsel am See?

Wo steht dieser barocke Schlossturm?

Zu welchem Schloss gehören diese vier Türme?

Welches Unesco-Weltkulturerbe ist hier zu sehen?

An welchem Schloss wurde 900 Jahre gebaut?

Um welches Schloss liegt dieser Wassergraben?

Welche herrschaftliche Sommerresidenz ist das?

Wie heisst dieser Exilort eines französischen Prinzen?

In welchem Schloss herrschte die Effinger während 11 Generationen?

In welchem Schloss herrschte ein Graf, der wegen einer eigenen Währung bankrott ging?

In welchem Schloss herrschte eine spätere Weltdynastie?

Welches Schloss beherbergte sowohl General Henri Guisan wie auch Kaiser Haile Selassie von Äthiopien?

Welches Schloss zeigt sich hier vor dem Alpenpanorama?

In welchem Schloss lebten einst ein König und ein Philosoph?

Welches Schloss blickt auf eine 1300-jährige Geschichte zurück?

Für Sie sind Schlösser nur ein Haufen alter Steine

Zum Glück aber haben sich diese 17 Schlösser zu einem Verein zusammengeschlossen. So haben Sie die leicht die Möglichkeit, diese kennenzulernen und etwas über ihre spannende Geschichte zu erfahren.

Sie sind der regionale Kenner

Gebäude interessieren Sie eigentlich nicht, aber Sie sind regional stark verwurzelt und kennen die Geschichte ihrer Heimat. Und dazu gehören natürlich auch die Schlösser der Region – die kann man ja nicht übersehen.

Für Ferien und Ausflüge bleiben Sie gerne in der Schweiz

In der Schweiz sind Sie schon weit herumgekommen. Inspiriert von den Bildern auf den Kaffi-Schöggeli bereisen Sie unsere Schweizer Wahrzeichen, zu denen nun mal auch die Burgen und Schlösser gehören.

Sie sind Historiker oder Architekt

Von Berufs wegen interessieren Sie sich für alte Gebäude. Sie haben sich auf die prunkvollen Schlösser und Burgen der Schweiz spezialisiert und unterrichten als Professor an einer amerikanischen Universität die Fachrichtung «Schlosskunde».

Sie sind selbst ein Schlossherr oder Graf

Wenn es um Schlösser geht, macht ihnen niemand etwas vor. Sie kennen deise fast alle bis ins kleinste Detail – schliesslich wohnen Sie selbst in einem, nicht wahr?

Was im Aargau gut funktioniert, müsste doch auch für die andern Schlösser in der Schweiz eine Chance sein, sagten sich die Verantwortlichen im Museum Aargau. Unter der Leitung des damaligen aargauischen Kulturchefs Hansueli Glarner, versuchte man, die grossen Schweizer Schlösser an Bord zu holen und eine Interessengemeinschaft zu gründen, um gemeinsam am Markt aufzutreten und das Ausflugsziel «Schloss» kulturtouristisch noch besser zu positionieren.

Geschäftstelle auf Schloss Wildegg

Glarners Nachfolger im Aargau, der heutige Kulturchef Thomas Pauli-Gabi, konkretisierte mit dem Team des Museum Aargau die Idee; der Aargau wurde zur treibenden Kraft bei der Gründung des Verbunds schweizerischer Schlösser. Mit einer Anschubfinanzierung durch den Swisslos-Fonds des Kantons Aargau wurde 2014 mit anfänglich zwölf Schlössern der Verein «Die Schweizer Schlösser» aus allen Sprachregionen der Schweiz gegründet.

Heute gehören bereits 19 Schlösser und Burgen aus alle Landesteilen der Vereinigung an. Neben der gemeinsamen Positionierung der Schweizer Schlösser und Burgen als Ausflugsziele arbeitet man auch an einem systematischen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Wie sehr das Netzwerk der Schweizer Schlösser mit dem Aargau verbunden ist, zeigt sich auch daran, dass die Geschäftsstelle des Vereins sich auf Schloss Wildegg befindet.

Bereits hat man eine Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus aufgegleist und eine Broschüre mit Wanderungen zu den Schweizer Schlössern ist auch erschienen. «Solche Kooperationen gab es bisher nicht, weil die Schlösser bisher schlicht keine gemeinsame Anlaufstelle hatten», erklärt Pauli-Gabi. Er ist zuversichtlich, dass der Verein weiter wächst, auch was den Aargau betrifft: Pauli-Gabi kann sich gut vorstellen, dass das Schloss Wildenstein schon bald das fünfte aargauischen Schloss im Bunde sein wird.

Schloss besucht Schloss

Mit dem Schlössertag, der gleichzeitig in allen 19 Schlössern stattfindet, tritt der Verbund erstmals an die grosse Öffentlichkeit. Gezeigt wird, dass zwischen den Burgen und Schlössern, auch wenn sie oft hunderte von Kilometern auseinanderliegen, doch viele Verbindungen bestehen.

So sind Schloss Chillon und Schloss Hallwyl Wasserschlösser, die sich einst auf die selbe Art gegen ihre Feinde verteidigten. Deshalb lag es nahe, dass die beiden Schlösser am Schlössertag gemeinsam auftreten: Das Schloss Chillon ist zu Besuch auf Schloss Hallwyl.

Schloss Wildegg hingegen widmet sich gemeinsam mit seinem Partnerschloss Prangins den Gärten. Die Gärtnerin des Château de Prangins von 1780 ist zu Besuch und streift durch den Nutz- und Lustgarten des Aargauer Schlosses. Dabei erzählt sie von den Vorzügen ihres eigene Schlossgartens und gibt den Besucherinnen und Besuchern Einblick in die Gärten von Schloss Prangins.

Besuch aus dem Tessin und der Romandie erhält Schloss Lenzburg. Die Landvögte aus Bellinzona und Grandson machen ihre Aufwartung und lassen sich beim Regieren über die Schulterschauen.

Auf der Habsburg erscheint Hofnarr Chalamala aus Schloss Gruyères höchstpersönlich und erzählt Geschichten aus düsteren Zeiten.

Meistgesehen

Artboard 1