Geht es nach dem Bundesamt für Energie, sollen im Aargau dereinst 450 Gigawattstunden Windstrom pro Jahr produziert werden. Mit den fünf derzeit im Richtplan festgelegten Gebieten ist aber nur eine Produktion von 50 Gigawattstunden, also ein kleiner Bruchteil der Zielvorstellung, zu erwarten. «Es stellt sich die Frage, wie mit dieser Lücke umgegangen wird», schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme zum nationalen Windenergiekonzept. Und hält im nächsten Satz fest: «Die Kompetenz zur Ausscheidung von Standorten muss zwingend und in jedem Fall bei den Kantonen verbleiben.» Dies ist im Bundeskonzept so vorgesehen, was der Aargau ausdrücklich begrüsst.

Bei der Planung von Windparks ist aus Sicht der Kantonsregierung «eine räumliche Konzentration» anzustreben. Im Aargau gilt der Grundsatz, dass pro Gebiet in der Regel drei gleichartige Windkraftanlage erstellt werden sollen. Ausnahme ist der «Hundsruggen» bei Zeiningen im Fricktal, der ausdrücklich als Standort für eine Einzelanlage vorgesehen ist.

Der Regierungsrat empfiehlt dem Bund, das Aargauer Modell mit drei Windrädern pro Standort auch im nationalen Konzept zu verankern. Dies insbesondere, weil für Windparks umfangreiche Erschliessungsbauten wie Zufahrtsstrassen und Stromleitungen nötig sind. Deshalb fordert die Regierung, neben Konzentration der Anlagen, Kosten-Nutzen-Verhältnis und der erwarteten Energieproduktion eine Bündelung mit bestehenden Eingriffen in die Natur anzustreben. Zudem sollen Standorte im Bereich von überregionalen Wildtierkorridoren für Windräder ausgeschlossen werden.

Schliesslich weist die Aargauer Regierung darauf hin, «dass die Akzeptanz durch die betroffene Bevölkerung erfahrungsgemäss ein zentrales Kriterium für den Bau von Windenergieanlagen ist». Dieser Aspekt werde im Konzept des Bundes zu wenig berücksichtigt.