Man mag darüber staunen: Erst am Montagmorgen gegen 7 Uhr ging bei der Kantonspolizei Aargau eine Meldung ein, dass im Einkaufszentrum «Seebli» in Lupfig von Räubern ein Bankomat geplündert worden ist. Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau fragt sich: «Wie konnte der Raub so lange unbemerkt bleiben?»

Die betroffene Bank Coop will dazu keine Auskunft geben. Direktionsmitglied Natalie Waltmann erklärt, dass sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Was die Bank unternimmt, um die Sicherheit ihrer Geldautomaten zu garantieren, will sie nicht bekannt geben: «aus Sicherheitsgründen».

In der Nacht auf Montag drangen Unbekannte erst ins Einkaufszentrum ein, dann schlugen sie ein Loch in die Wand unter dem Bancomaten und entwendeten mehrere Zehntausend Franken. Für die Kantonspolizei ist klar: Das waren Profis.

Bereits vor zwei Jahren erregte eine Raub-Serie Aufsehen. In Suhr, Baden-Dättwil, Mellingen-Heitersberg und Oberentfelden wurden freistehende Geldautomaten aufgefräst und das Geld entwendet. Bald danach ist es aber ruhig geworden um die Fälle. Dabei gibt es durchaus Neuigkeiten. 

Zwei Verdächtige ausgeschrieben

Fiona Strebel, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, erklärt am Dienstag auf Anfrage: «Das Tatvorgehen in Baden-Dättwil und am Bahnhof Mellingen-Heitersberg war identisch.» Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft bei den Delikten im Bezirk Baden von der gleichen Täterschaft aus. Ein Täter sei international zur Fahndung ausgeschrieben.

Auch beim Fall von Oberentfelden ist ein Tatverdächtiger zur Haft ausgeschrieben. Genauere Angaben zu den Gesuchten, machte Fiona Strebel nicht.

Geknackt!

Geknackt!

Der Fall Suhr ist hingegen anders gelagert. Es hätten drei von vier Tatverdächtigen ermittelt werden können, so Fiona Strebel. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau habe ein sogenanntes Sammelverfahren geführt, weil die Beschuldigten in verschiedenen Kantonen in unterschiedlicher Zusammensetzung tätig waren.

Ein Räuber gefasst und verurteilt

Das Verfahren gegen einen Beschuldigten habe die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zuständigkeitshalber an den Kanton Thurgau abgetreten. Der Grund: Dort waren die ersten Untersuchungungen gegen diesen Beschuldigten getätigt worden waren. Der Beschuldigte sei bereits verurteilt.

Das Verfahren gegen den zweiten Beschuldigten sei an den Kanton Zürich abgetreten worden, dasjenige gegen den dritten Beschuldigten an den Kanton Waadt.