Kriminal- und Verkehrsstatistik
Die Aargauer Kantonspolizei hatte weniger Einsätze - und profitierte vom Unglück des FC Aarau

Mehr Tötungsdelikte, aber weniger Einbrücke und Raubdelikte – das meldet die Kantonspolizei Aargau. In ihrer Statistik 2015 spielt der Vierfachmord eine spezielle Rolle. Und noch ein Delikt schlägt statistisch zu Buche, aber auch der FC Aarau.

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Der FC Aarau ruft seine Fans dazu auf, Krawallbrüder zu filmen.

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Tele M1

Die Einbruchdiebstähle sind 2015 um 19 Prozent gesunken. Das sind über 470 Fälle wengier als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote blieb nach Angaben der Kantonspolizei Aargau vom Montag stabil. Auf 1000 Einwohner seien 3,03 Einbrüche registriert worden. Im Jahr davor waren es noch 3,82. Der Kanton Aargau liegt damit unter dem Schweizer Durchschnitt von 5,15 Einbrüchen pro 1000 Einwohner.

Die angezeigten Raubdelikten lag im 2015 bei 42 Fällen, was einem Minus von 41 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote konnte gemäss Polizei gleichzeitig auf über 60 Prozent gesteigert werden.

Die Kriminalitätsbelastung, also die Zahl der Straftaten auf 1000 Einwohner, liegt mit 41,7 deutlich unter jener der Schweiz (59,2). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt 16 Prozent.

21 Tötungsdelikte wurden 2015 im Kanton Aargau begangen. Das Mehrfachtötungsdelikt in Würenlingen, bei welchem sich der Täter anschliessend selbst tötete sowie der bisher ungeklärte Vierfachmord kurz vor Weihnachten in Rupperswil fallen statistisch besonders auf.

Bei den Gewaltstraftaten verzeichnet die Polizei abermals rückläufige Zahlen. Bei über 90 Prozent dieser Delikte konnte gar die Täterschaft ermittelt werden. Der Anteil an Schweizer liegt bei den ermittelten Straftätern bei 48,5 Prozent, jener an Ausländern bei 51,5 Prozent.

Rund 26 Prozent der Straftaten durch Ausländer wurden durch Personen ohne gültigen
Aufenthaltsstatus oder durch Asylsuchende begangen.

Bei Verkehrsunfällen wurden 245 Personen schwer verletzt. Diese Zahl entspricht
nach Polizeiangaben innerhalb der letzten 50 Jahre einem absoluten
Tiefstwert. Die Kantonspolizei registrierte insgesamt 2487 Verkehrsunfälle und damit etwas weniger als im Vorjahr. Es waren aber auch 28 Verkehrstote (Zunahme um 3) auf Aargauer Strassen zu beklagen.

Wegen häuslicher Gewalt musste die Polizei letzte Jahr in 1693 Fällen von Häuslicher Gewalt intervenieren. Diese Zahl übertraf erneut den Vorjahres-Höchstwert (um 104 Fälle). Die Polizei sprach gegen 328 Personen – die Mehrheit davon Männer – eine formelle
Wegweisung aus.

Beim Ordnungsdienst gingen die Einsatzstunden der Beamten gegenüber 2014 deutlich zurück (über 19'000 Einsatzstunden). Massgeblich dafür verantwortlich waren weniger Einsätze bei Fussballspielen (nach dem Abstieg des FC Aarau). Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei nahm wiederum täglich durchschnittlich über 320 Polizei-Notrufe entgegen (117'000 pro Jahr). (jk)