FDP Aargau
Die Aargauer Freisinnigen stehen weiter zu den Atomkraftwerken

Den Parteitag im AKW Leibstadt sieht FDP-Präsident Thierry Burkart nicht als politische Demonstration. «Aber wir stehen zur Kernenergie», sagt er. Es gäbe auch keine Differenzen mehr zur Mutterpartei.

Hans Lüthi
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Das AKW Leibstadt.

Das AKW Leibstadt.

Keystone

Für den Parteitag nach den Wahlen lädt die FDP Aargau an einen nicht alltäglichen Treffpunkt ein, ins Informationszentrum des Kernkraftwerks Leibstadt. Ist das ein politisches Bekenntnis für neue Kernkraftwerke, weil die Begeisterung für die Energiewende ins Stocken gerät? «Nein, das hat keine direkte politische Bedeutung», sagt FDP-Präsident und Grossrat Thierry Burkart.

Seine Erklärung dazu: Die Zurzibieter Bezirkspartei habe die Organisation übernommen, Präsident Huldrych Egli dank guter Beziehungen einen günstigen Ort gefunden. Unwohl dürften sich die Freisinnigen im AKW kaum fühlen, denn «wir stehen zur Kernenergie, solange sie sicher ist und es keine bessere Lösung gibt», so Burkart.

Positionspapier in heisser Phase

In der präzisen Position zur Nutzung der Atomenergie gebe es keine Differenzen (mehr) zur Mutterpartei. Die FDP Aargau wehre sich gegen ein vorzeitiges Abschalten, solange die Kraftwerke sicher seien. Wenn die Energiewende nicht ohne Kohle, Gas oder viel Import möglich sei, könne man kaum auf Kernkraftwerke verzichten. Aber eine neue Reaktorgeneration müsste sicherer sein. «Atom ist erledigt, mit der alten Technologie gibt es keine neuen Kraftwerke», erklärt Präsident Philipp Müller von der FDP Schweiz. Das Positionspapier der Partei befinde sich in der heissen Phase und komme noch dieses Jahr in den Parteivorstand. Knackpunkt bilde das starke Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft. «Fünf Seiten sind mir noch viel zu lang, weil ich es den Leuten erklären muss», sagt Müller zur Energieposition der FDP.

Um Energie geht es am 25. Oktober im KKL nicht, um Wahlen schon: Die FDP Aargau will feiern können, einen neuen Regierungsrat und ein Plus beim Grossen Rat.

Ja des Ensi zur Reparatur

Im Kernkraftwerk Leibstadt ist jetzt endlich klar, wie die defekte Schweissnaht an einem Speisewasserstutzen repariert werden soll. Angewendet werde das «Weld Overlay»-Verfahren. «Die Stelle wird komplett mit einer neuen, aufgeschweissten Materialschicht ummantelt», schreibt das KKL. Das entspreche weltweit dem neusten Stand der Technik, das Ensi habe die Freigabe erteilt. Statt nach der Revision am 24. September kann das Kraftwerk die Stromproduktion erst Ende Oktober aufnehmen. Der nicht erzeugte Strom entspricht einem Wert von 50 Millionen Franken. (Lü.)