Aargauischer Katholischer Frauenbund

Die Aargauer Frauen sind einfach unbändig

Sybille Bader, Präsidentin der AKF-Kommission Sanitas (links) und Redaktorin Carmen Frei freuen sich über das gelungene Werk. Fränzi Zulauf

Sybille Bader, Präsidentin der AKF-Kommission Sanitas (links) und Redaktorin Carmen Frei freuen sich über das gelungene Werk. Fränzi Zulauf

Von Aarau bis Zeihen, von der Co-Präsidentin bis zur Suppenköchin, von der Wandteppich-Gestalterin bis zur Familien-treff-Gründerin – das Jubiläumsbuch «unbändig – was Frauenbande bewirken» ist ein wunderbares Abbild des facettenreichen Wirkens der AKF-Frauen.

Natürlich, sie hätten einfach eine Chronik verfassen können, die wäre auch ganz schön umfangreich geworden: 100 Jahre Aargauischer Katholischer Frauenbund – von den Anfängen bis heute, da ist doch einiges geschehen. Aber mit trockenen Daten und Fakten geben sich diese Frauen nicht zufrieden. Dafür sind sie viel zu umtriebig, sie sind unterwegs und tragen irgendwo im Kanton dazu bei, dass das Leben etwas freundlicher, etwas menschlicher, etwas sozialer, etwas bewusster, etwas fröhlicher, etwas gerechter und – ja, auch etwas spiritueller wird.

Mit rund 12000 Mitgliedern ist der AKF der grösste Frauenverband im Kanton. Da kommen viele, viele Mosaiksteine zusammen, und es ist kaum vorstellbar, um wie viel ärmer der Aargau wäre ohne die AKF-Frauen. Wie die meisten Menschen, die Freiwilligenarbeit leisten, machen dies auch die AKF-Frauen, ohne gross Aufmerksamkeit zu erheischen, sie tun es einfach und reden kaum darüber. Um so schöner, dass dieses oftmals stille Wirken nun in einem rundum professionell gemachten Buch abgebildet wird – mit 59 Frauen und einem Mann, die irgendwo im Kanton in irgendeiner Art für den AKF tätig sind. «Es war unser Ziel, anlässlich unseres Jubiläums die Menschen und deren Engagements im AKF sichtbar zu machen und ihnen damit auch Wertschätzung auszudrücken», erklärt Sybille Bader, Präsidentin der Kommission Sanitas. Die Kommission ist Initiantin und Herausgeberin des Buches.

Durch die Vielfalt der selbst gewählten Darstellungsformen – vom Porträt über das Interview bis hin zum Gedicht – stellen sich die Frauen für einmal selbstbewusst in den Mittelpunkt. Ursula Meier-Birchmeier beispielsweise berichtet, wie in Zeihen einige Frauen einen grossen Wandteppich für die Kirche kreierten. Hedi Schraner verrät das Rezept für 80 Liter Suppe für den Suppentag, Bernadette Tobler erzählt vom Familientreff in Spreitenbach, Alice Roth-Grob aus Döttingen erklärt das Wesen des AKF-Muttertagsfonds und Rosmarie Zobrist-Kuhn, ehemalige Präsidentin des Frauenvereins Lenzburg, erinnert daran: «Kämpferinnen sind nie kleinlaut».

Mit all diesen bunten Geschichten, Einsichten und Bekenntnissen – fröhlich, nachdenklich, aufgeschlossen und traditionsverbunden, brav und originell, rück- und ausblickend – ist ein beeindruckendes Werk entstanden. Dass es so rund und stimmig wurde, dafür hat Redaktorin Carmen Frei gesorgt, die mit grossem Geschick die zahlreichen Beiträge redigiert und in Form gebracht sowie die Porträts der ehemaligen Kantonalpräsidentinnen selbst verfasst hat.

Das Buch «unbändig – was Frauenbande bewirken» wurde am Freitagabend an einer stimmungsvollen Vernissage präsentiert. Bis zum Akt der Enthüllung – vollzogen von den Co-Präsidentinnen Vroni Peterhans und Beatrice Hausherr – war der Titel des Buches absolut geheim. Nur der engste Kreis der Macherinnen wusste Bescheid und hütete das Geheimnis strikt über Monate hinweg. Für Sybille Bader und Carmen Frei, die beiden Hauptverantwortlichen, war es ein mit Spass betriebenes Versteckspiel, und es hat tatsächlich funktioniert.

Das nationale AKF-Motto «Frauenbande» zieht sich mit vielen Bändern durch das ganze Buchprojekt und gipfelt im frechen Titel «unbändig». Das Buch lebt von den Beiträgen von und mit den Frauen, es besticht aber auch durch das hervorragende Layout von Nicole Laubacher aus Muri und die wunderbaren Fotos von Ursina Stauber, Studentin Style & Design, aus Baden. Ihr ist es gelungen, die 59 Frauen und den einen Mann mit einer starken Bildsprache in Szene zu setzen.

Natürlich haben die Buchmacherinnen um Carmen Frei und Sybille Bader auch den Ort des Fotoshootings mit Bedacht gewählt: Es fand in der Bänderfabrik Spyk in Herznach statt – zwischen all den Bändern, Spulen und Maschinen. «Es war einfach toll, wie Andreas Schmid, Inhaber der Firma Spyk, uns in seiner Fabrik aufgenommen und uns diese unvergesslichen Fotoshootings ermöglicht hat», schwärmt Carmen Frei.

Das sei ganz schön mutig gewesen von Andreas Schmid, meint sie weiter. «Die mutigste Entscheidung hat aber sicher Doris Stump (alt Nationalrätin aus Wettingen) getroffen, als sie sich bereit erklärte, unser Buch in ihrem efef-Verlag aufzunehmen. Das war für uns eine Verpflichtung, ein wirklich gutes Buch zu schaffen.» Und das haben die AKF-Frauen mit «unbändig – was Frauenbande bewirken» auch wirklich geschafft.

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