Toxische Zahlen
Deutlich mehr Giftlinge: Das Aargauer Pilzjahr 2016 war zum Vergessen

Das Wetter hat den Aargauer Pilzsammlern letztes Jahr gleich zweimal die Saison vermiest: Erst fiel die Ernte dürftig aus. Und dann wuchsen auch viel mehr ungeniessbare und giftige Pilze als in anderen Jahren.

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Pilze in der Region Aargau
9 Bilder
Kein Speisepilz: Der Blasshütige Purpurröhrling
Stockschwämmchen: Das Gemeine Stockschwämmchen ist ein Speisepilz. Das Glattstielige Stockschwämmchen ist hingegen ungenießbar.
Eierschwämme
Fransiger Wulstling: Der Pilz ist zwar essbar, aber schonenswert
Der Weinrote Purpur-Röhrling ist nicht zum Verzehr geeignet
Der Blauender Königsröhrling ist auch nicht zum Verzehr geeignet
Der Satansröhrling sieht zwar schön aus, doch er ist - wie der Name vermuten lässt - giftig
In der Kontrollstelle Untersiggenthal wurden erst Eierschwämme vorgelegt.

Pilze in der Region Aargau

Walter Schwager

Es war ein Jahr zum Vergessen für die Aargauer Pilzler: Weil der Sommer 2016 sehr trocken ausfiel, wuchsen Hexenröhrling, Steinpilz und Co. nicht so üppig wie in anderen Jahren. Erst der feuchte und warme Spätherbst sorgte dafür, dass die Pilze doch noch in Hülle und Fülle aus dem Boden schossen.

Bloss: Die Sammler freuten sich nur sehr bedingt über diese Entwicklung. Denn sie war mit ein Grund dafür, dass mehr ungeniessbare und giftige Pilze wuchsen, wie Alda Breitenmoser, Leiterin des kantonalen Amtes für Verbraucherschutz, sagt. Bei ihrem Amt laufen die Daten aller Pilzkontrollen des Kantons zusammen.

Obwohl die Inspektoren erst wenig zu tun hatten, gab es letztlich mehr Kontrollen als 2015 (siehe Grafik). Die Anzahl Kontrollen, in denen giftige Pilze zum Vorschein kamen, stieg um das Vierfache, von 82 auf 330.

Was für die Anzahl Kontrollen gilt, gilt auch für die vorgelegten Mengen: Mit 1900 Kilogramm kamen 2016 knapp mehr Pilze zur Kontrolle als im Vorjahr. Davon waren satte 450 Kilo ungeniessbar und 74 Kilo sogar giftig. Zum Vergleich: 2015 fielen nur 25 Kilo als giftig durch.

Es ist nicht das erste dürftige Jahr in letzter Zeit: 2015 war die Ernte noch karger. 2014 wuchsen viele giftige und ungeniessbare Pilze. Damals fiel jedoch die gesamte Ernte deutlich üppiger aus.

Entgegen sämtlichen Zahlen hatte eine Sorte offenbar ein prächtiges Jahr: Bei der Dienststelle Gewerbe der Stadtpolizei Aarau wurden besonders viele Morcheln zur Prüfung vorgelegt, wie die Stadt Aarau mitteilt.

Nicht nur das Pilzjahr 2016 war ein schlechtes: Auch die Kartoffelernte blieb unter den Erwartungen zurück. (mwa)

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