Aargau

Der Zukunftstag – ein Kampf gegen traditionelle Rollenbilder

Hunderte von Kindern blicken heute Donnerstag ihrem Mami oder Papi bei der Arbeit über die Schultern. Dabei sollen Mädchen und Jungen aus ihren stereotypischen Rollenbilder schlüpfen. Auch der Aargau unterstützt dieses Ziel.

Hunderte von Betrieben, Organisationen und Schulen haben am 14. November wieder ihre Türe geöffnet. Mädchen und Knaben aus der 5. Bis 7. Klasse erhalten im Rahmen des Zukunftstages auch im Aargau Einblick in den Berufsalltag.

Berufe haben kein Geschlecht

2001 ist der Zukunftstag als «Nationaler Tochtertag» ins Leben gerufen worden. Das Ziel: Den jungen Kindern ihre Zukunftsmöglichkeiten aufzeigen.

Nun hat sich jedoch ein anderer Punkt immer stärker ins Zentrum geschoben: Der Seitenwechsel - Mädchen und Jungen sollen Arbeitsfelder entdecken, die traditionellerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet werden.

«Die Kinder sollen erfahren, dass Berufe kein Geschlecht haben», heisst es auf der Homepage des Nationalen Zukunftstages. Ganz nach dem Slogan, der darüber steht: «Nationaler Zukunftstag - Seitenwechsel für Mädchen und Jungs».

Der Kanton Aargau zieht in die gleiche Richtung: Vor dem letzten Zukunftstag wiesen das Departement für Bildung, Kultur und Sport die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule darauf hin, dass Mädchen und Jungen Berufe entdecken sollen, die «traditionellerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet sind.» 

«Sie werden dadurch ermutigt, das ganze Spektrum beruflicher und persönlicher Zukunftsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen», heisst es weiter.

In der ganzen Schweiz finden deshalb Spezialprojekte in «geschlechtstypischen» Berufen statt. Mädchen können etwa an Workshops zu den Themen Technik, Informatik und Bauen teilnehmen während Jungen einen Einblick in die Welt von Pflegern, Betreuern und Lehrern erhalten.

Typische Frauen- oder Männerberufe bleiben

Frauen, welche in der brennenden Hitze auf einem Dach umherklettern und Ziegel legen oder Männer, die geduldig die Fingernägel einer Frau lackieren – auch heute kaum vorstellbar. Dies, obwohl Frauen und Männern heute grundsätzlich dieselben Ausbildungsgänge offen stehen.

Stereotypische Rollenbilder schränken die Zukunftsperspektiven immer noch ein: Gerade Berufe wie Elektroniker, Dachdecker und Informatiker haben einen Männeranteil von über 80 Prozent. Im Gegensatz dazu stehen die Tätigkeiten als Pflegerin, Coiffeuse oder Kosmetikerinnen.

Ob der Zukunftstag diese Rollenbilder ändern kann? Eine Antwort auf diese Frage gibt es wohl erst dann, wenn die Kinder, die heute Papa und Mama am Arbeitsplatz besuchten, definitiv in die Arbeitswelt eintauchen.

Meistgesehen

Artboard 1