Manche Verkehrsteilnehmer wurden auf die Masten mit den daran montierten schwarzen und weissen Geräten aufmerksam, die in letzter Zeit an verschiedenen Standorten im Kanton Aargau aufgestellt wurden.

Das Baudepartement klärt auf: Auf dem Bözberg, in Mägenwil, Ehrendingen, Waltenschwil und Rudolfstetten wurden neue Glatteis-Meldeanlagen installiert.

Der Sensor weiss, ob es schneit

In etwa vier Metern Höhe sind meteorologische Sensoren angebracht, die Temperatur, Niederschlagstyp und Windrichtung messen. Anhand der Geschwindigkeit, mit welcher der Niederschlag auftrifft, kann ein kugelförmiger Messapparat bestimmen, ob es regnet oder schneit.

Dazu kommen eine Kamera für die Beobachtung des Strassenzustands und eine Infrarotkamera für Aufnahmen bei Dunkelheit. An den Standorten der Anlagen sind zusätzlich Sensoren im Fahrbahnbelag eingelassen, mit denen die Bodentemperatur gemessen wird.

Das ist für die Einschätzung des Glatteisrisikos im Frühling wichtig: Wenn die Aussentemperatur schon relativ hoch ist, aber die Kälte aus dem Boden aufsteigt.

Exklusiv für den Kanton

Zugriff auf die Daten hat nur der Kanton: Der Strassenunterhaltsdienst kann sie im Internet abrufen und bei Bedarf rechtzeitig die Salzstreufahrzeuge losschicken.

Eine breitere Nutzung zum Beispiel für öffentlich zugängliche Verkehrsmeldungen oder zumindest für Unterhaltsdienste von Gemeinden ist nicht gänzlich ausgeschlossen, aber man wolle noch weitere Erfahrungen mit dem System sammeln, erklärt Matthias Lehmann, Projektleiter in der Abteilung Tiefbau, zum exklusiven Zugriff.

Zu bedenken sei auch, dass die Meldeanlagen nur für ein sehr eingeschränktes Gebiet verlässliche Daten zur Glatteisgefahr liefern.

Zehn Anlagen in Betrieb

Insgesamt sind heute zehn solcher Anlagen an neuralgischen Punkten in Betrieb. Die erste wurde schon vor etwa vier Jahren auf der Staffelegg installiert. Nach positiven Erfahrungen wurde der allmähliche Ausbau beschlossen.

Es folgten weitere Messstationen in Zofingen, Bad Zurzach, Geltwil und Unterkulm und eben die weiteren fünf Anlagen, die nun in den letzten Wochen installiert wurden.

Ein weiterer Ausbau sei vorderhand nicht vorgesehen, so Matthias Lehmann. Die Installation der Anlagen wurde jeweils mit anderweitig anstehenden Tiefbauarbeiten kombiniert. Die technischen Komponenten allein kommen pro Anlage auf 20'000 bis 25'000 Franken zu stehen.