Vorstoss

Der Verbrennungsmotor soll weg: Nur noch saubere Busse im Aargau?

Vorbildhaft: der batteriebetriebene Bus in Genf mit ABB-Technologie.

Vorbildhaft: der batteriebetriebene Bus in Genf mit ABB-Technologie.

Ein Zurzibieter Grossrat will, dass der Kanton bei Bussen nicht mehr auf Verbrennungsmotoren setzt.

CVP-Grossrat Andreas Meier aus Klingnau verlangt in einer neuen Motion vom Regierungsrat, er solle als Besteller von Dienstleistungen im öffentlichen Verkehr dafür sorgen und die rechtlichen Grundlagen nötigenfalls anpassen, «dass die von ihm beauftragten Dienstleister (gemeint sind Verkehrsbetriebe) ab 2023 nur noch Hybridfahrzeuge und ab 2028 nur noch Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotoren anschaffen».

Die Umstellung auf Elektrobusse komme weltweit in Schwung, begründet Meier seinen Vorstoss. Auch der Aargau könne davon profitieren. Ein ABB-Projekt für elektrische Busse wurde dieses Jahr vom Bundesamt für Energie ausgezeichnet, und die Firma plant eine Produktionsanlage für Batterien im Aargau. Im Aargau werde dieses innovative, ökologische Verkehrsmittel aber vorläufig noch nicht eingesetzt, bedauert Meier: «Dabei stünde eine Führerschaft in dieser Technologie dem Image des Aargaus sehr gut an», ist er überzeugt.

Weltneuheit in Genf: Elektrobusse mit Schnellladefunktion

Weltneuheit in Genf: Elektrobusse mit Schnellladefunktion

Dezember 2017: Im Kanton Genf sind elektrische Gelenkbusse - die weltweit ersten ihrer Art - in Betrieb genommen worden. Sie laden sich an ausgewählten Haltestellen innerhalb von 20 Sekunden auf, während die Passagiere ein- und aussteigen. Die neuen Busse zeichnen sich durch ein innovatives Antriebssystem aus, wie die ABB am Dienstag mitteilte. Der Strom für den Elektroantrieb stammt aus einer Batterie, so dass keine Oberleitungen mehr nötig sind.

Der übliche Antrieb sei bei Neubeschaffungen nach wie vor ein Dieselmotor. Wenngleich der Schadstoffausstoss der Motoren neuester Generation erfreulich tiefe Werte erreiche, werde mit dieser Technologie das Ziel der Energiestrategie nicht erreicht.

Störend seien Dieselmotoren wegen ihres Lärms, gerade beim Anfahren an Haltestellen, bemängelt der CVP-Grossrat. Die tiefe Frequenz mit hohem Schalldruck werde zudem weit getragen und habe negative Auswirkungen auf die Wohnqualität entlang den Busstrecken.

Im Schnitt 14 Jahre im Einsatz

Meier verweist darauf, dass sich die Beschaffungsstrategie von Neufahrzeugen bis weit in die Zukunft auswirkt. Üblicherweise stehen die Fahrzeuge nämlich für 14 Jahre im Einsatz. Ein Fahrzeug, das heute bestellt und im nächsten Jahr ausgeliefert würde, bliebe folglich bis 2033 im Einsatz. Bis in eine Zeit also, in welcher der Dieselantrieb nach Meiers Einschätzung «im öffentlichen Verkehr von der Bevölkerung wohl nicht mehr akzeptiert wird».

Meier verweist auf Verkehrsexperten, die eine dreistufige Entwicklung zur Substituierung der Dieselantriebe im öffentlichen Verkehr sehen: Anfänglich mit Hybrid-Technologie, später über streckenbezogene, kontinuierliche Ladestationen, schliesslich bis hin zum über Nacht aufladbaren Bus und zur Brennstoffzellentechnologie.

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