Anders als beim Turmbau zu Babel verstanden sich die Leute, welche letzte Woche den Strohturm zu Lenzburg erstellten, ausgezeichnet. Und das war auch nötig, denn die Kommunikation zwischen dem Kranführer, der die Strohballen nach oben hievte, und den Leuten, welche sie an die richtige Stelle platzierten, musste klappen.

Waren die untersten Schichten noch leicht zu bewältigen, wurde es mit zunehmender Höhe schwieriger, denn die mit dem Meterstab hantierenden Bauleute waren durch die Sicherungsgurten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die runde Form war zudem eine besondere Herausforderung.

Gebaut wurde der Strohturm unter der Leitung von Werner Schmidt, der schon mehrere Strohhäuser realisiert hat, unter anderem in Muri und Merenschwand. «Die Idee dazu kommt aus Amerika, wo Stroh – anders als in der Schweiz – ein Abfallprodukt ist», erklärt Schmidt. Stroh isoliere ebenso gut wie Steinwolle oder Styropor und sorge für eine gesündere Atmosphäre.

«Wir wollten für die Ausstellung etwas Spezielles schaffen», begründet Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau die Idee, einen Turm zu bauen. «Für eine Landwirtschaftsausstellung war es naheliegend, als Baumaterial Stroh zu benützen, und Werner Schmidt kannte ich vom Strohhaus Muri her.»

In den letzten zwei Wochen herrschte auf der Schützenmatte ein emsiges Treiben: Zelte wurden aufgebaut, Wege mit Holzschnitzeln ausgelegt, Wasser- und Stromleitungen verlegt, Mobiliar und Inneneinrichtungen herbeigeschafft.

Eine besondere Aufgabe hatten die Lernenden der Gartenbauschule Niederlenz: sie pflanzen einen ganzen Rebberg, damit auch dieser Zweig der Aargauer Landwirtschaft vertreten ist. Auf dem Feld nebenan ist das im Frühling gepflanzte Gemüse inzwischen erntereif geworden.

Park and ride

Für Besucher, die mit dem Auto anreisen, steht zwar im Hornerfeld ein Parkplatz mit Shuttlebetrieb zur Ausstellung bereit, doch empfiehlt Herbert Furter von der Regionalpolizei Lenzburg dringend, nach Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen.